Maximilian

Ein Drittel meines Jahres liegt jetzt schon hinter mir. Auch im vierten Monat meines Austauschjahres habe ich wieder so viel erlebt, dass es den Rahmen sprengen würde, nur einen einzigen Beitrag darüber zu schreiben. Deshalb picke ich mir jetzt die Highlights heraus.

Eines dieser Highlights war auf jeden Fall mein erster Trip mit den Internationals auf die größte Sandinsel der Welt, Fraser Island. Dabei sollte ich erklären, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, diesen Trip zu machen. Anfangs fühlte es sich nämlich wie auf einem Basar an, da uns jeden Tag neue recht kostspielige Trips an die Gold Coast oder nach Tangalooma angeboten wurden. So sind jeden Tag in den Pausen verschiedene Listen herumgegangen, in denen man sich für einen solchen Trip eintragen konnte. Ich wollte mich eigentlich nicht für einen solchen Trip eintragen, doch mit ein paar Freunden haben wir uns dann doch für einen zweitägigen Trip nach Fraser Island für rund 400 Australien Dollar eingetragen.

Bis zum letztmöglichen Zeitpunkt habe ich mich eigentlich nicht ganz wohl gefühlt bei dem Gedanken, 400 Dollar für zwei Tage auszugeben, da ich es nicht ganz nachvollziehen konnte, warum wir in einem 5 Sterne Hotel schlafen und Gourmet-Essen bekommen sollten. Nach dem Trip kann ich aber klar sagen, es hat sich mehr als gelohnt. Zwar sind 400 Dollar immer noch viel Geld, dafür hat aber das Gesamtpaket gestimmt. Es hat schon mit der beindruckenden Unterkunft angefangen und erstreckte sich über kulinarische Höhepunkte, wie das Abendessen, bis zu einem perfekten Zeitplan mit geführten Touren.

Gleich nach unserer Ankunft mit der Fähre, die aufgrund der Möglichkeit, Wale zu sehen zu können, schon ein Erlebnis war, ging es mit einer Kanutour durch die Mangroven-Wälder los. Wir hatten alle viel Spaß und sind, ob gewollt oder nicht, alle nass geworden, was aber aufgrund des perfekten sonnigen Wetters während des gesamten Trips kein Problem war. Danach war erst mal eine kürzere Mittagspause angesetzt mit Entspannen am Pool und Zeit für Fotos am Strand. Hier hat sich dann auch das 5 Sterne Hotel wieder bezahlt gemacht. Neben dem Whirlpool markierte auch das anschließende Abendessen einen Höhepunkt des Trips. Je nach Geschmack konnte zwischen Steak und Barramundi bis hin zu vegetarischen Gerichten gewählt werden. Mit vollem Bauch ging es dann zur geführten Nachtwanderung, bei der wir den beeindruckenden Sternenhimmel über Fraser-Island hatten sowie die Möglichkeit, riesige Spinnen zu entdecken.

Tag zwei auf Fraser Island hielt den eigentlichen Höhepunkt der Reise bereit. Es ging mit einem 4WD-Bus über die sandigen Off-Road Routen Fraser-Islands, die mit einem normalen Auto nicht zu befahren gewesen wären. Auch hier hat die Busfahrt positiv überrascht, da sie entgegen meiner Erwartungen mit einem hohem Spaßfaktor verbunden war. Sie glich eher einer Achterbahnfahrt, als nur Mittel zum Zweck zu sein, um von A nach B zu kommen. Belebt wurde der Bus von einigen Brasilianern, die den Bus mit ihrer Musik in eine fahrende Party verwandelten. Die Party stoppte dann immer mal für ein paar Minuten, wenn wir uns eine der zahlreichen Sehenswürdigkeiten Fraser Islands anschauten. Dabei waren der glasklare Süßwassersee Lake McKenzie sowie das Schiffswrack der SS Maheno wohl die Eindrucksvollsten. Doch auch abseits der Hauptattraktionen gab es neben einer natürlichen Wildwasserrutsche, die mit Schwimmringen befahren werden konnte, auch Dingos zu sehen. Das Wahrzeichen Fraser Islands ist aber nicht einfach zu finden und hält sich von großen Bussen eher fern. Deshalb war es für mich zu überraschend, um im richtigen Moment abzudrücken, als ein Dingo neben dem Bus aufgetaucht war.

Wirklich überzeugt hat aber am Ende  das Rund-Um-Sorglos-Paket. Die Tour war perfekt geplant, langweilig wurde es nie, und auch hungern oder dursten musste niemand. So hatten wir am Lake McKenzie eine Kaffeepause mit Kuchen. Später zur Mittagszeit gab es warmes Essen im Restaurant auf der anderen Inselseite und nebenbei bekamen wir noch Fraser Island Wasser, das als sehr klar und rein gilt. Auch die Bustour hat sich bezahlt gemacht, da es am Ende unvergessliche Erlebnisse waren, die auf dem Rückweg mit der Fähre durch einen wunderschönen Sonnenuntergang abgerundet wurden. Den Trip habe ich im Nachhinein nicht eine Sekunde bereut, ganz im Gegenteil. Ich kann jedem, der die Möglichkeit hat, nur empfehlen, die selben unvergesslichen Erlebnisse zu machen.

Neben Fraser Island habe ich jetzt meinen ganz normalen australischen Alltag, der aus Schule, Sport und gelegentlichen Trips mit Freunden besteht. So habe ich zum Beispiel erst vor kurzem eine Tour zum Mount Ngungun in den Glass House Mountains gemacht. Nach einer stundenlangen Odyssee mit Bus und Bahn sowie anschließendem drei Kilometer Fußweg waren wir endlich am Berg angekommen. Damit aber lange noch nicht oben. Da es schon langsam etwas dunkler wurde und man im Hintergrund schon ein Gewitter anrollen hörte, haben wir uns fürs Joggen entschieden und sind völlig erschöpft auf der Bergspitze angekommen. Der gesamte Aufstieg machte dabei aber eher den Eindruck, als könne man auf der Bergspitze nicht viel erleben, da man durch die dichte Bewaldung nur erahnen konnte, wie hoch man sich befindet.

Am höchsten Punkt angekommen wurde die Aussicht dann aber durch nichts mehr getrübt. Viel mehr hatten wir einen atemraubenden Blick auf die umliegenden Berge, bis hin zum viele Kilometer entfernten Meer. Zum Glück ist das Gewitter dann während des Aufstieges weiter gezogen, und so strahlte auf der einen Seite des Berges die Sonne während man auf der anderen in der ferne Regenwolken und Blitze sah. Auch einen Tagesausflug zu den Glashouse Mountains ist die Reise auf jeden Fall wert, und dabei sind Aufstieg und Ausblick kostenlos.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass sich Touren mit der Schule auf jeden Fall lohnen können, man aber auch ohne viel Geld auszugeben unvergessliche Erlebnisse in Australien haben kann.

Maximilian ist für ein Jahr an der Sunshine Beach State High School in Noosa, Sunshine Coast, Queensland

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Cornelius

Als mich meine Gastmutter mit dem Auto vom Flughafen abholte, fiel mir sofort die erste Neuheit auf. Ich wollte wie in Deutschland üblich rechts vorne einsteigen, hatte aber auf einmal ein Lenkrad vor mir. Nach einigen Sekunden realisierte ich schließlich, dass in Australien Linksverkehr herrscht. Dieser Linksverkehr verwirrt mich noch bis heute.
Als ich schließlich in meinem neuen Zuhause angekommen war, erwartete mich schon der Rest meiner Gastfamilie. Ich hatte ab sofort fünf Gastbrüder. Außerdem wurde ich von den beiden Hunden Merlin und Franky neugierig begutachtet.

Obwohl ich nach dem Flug hundemüde war, nahm mich mein Gastvater mit auf eine kleine Stadtrundfahrt. Am beeindruckendsten fand ich die Innenstadt von Brisbane. Da ich aus Dresden komme, sind mir Wolkenkratzer oder moderne Hochhäuser allgemein recht fremd. Auch die Fläche von Brisbane ist nicht mit der von Dresden zu vergleichen.

Am Samstag fing ich an mich einzurichten. Später bin ich mit Anneke, meiner Gastmutter, noch einkaufen gegangen. Ich nervte sie gefühlt tausendmal mit der Phrase: “Was, das gibt es hier in Australien auch!?“ Ich meine, hättet ihr gedacht, dass es Aldi in Australien gibt? Am selben Abend bin ich noch mit meiner neuen Familie ins Kino gegangen. Dort habe ich dann meinen ersten englischen Horrorfilm gesehen. Mein Gastbrüder haben mich anschließend noch den ganzen Abend mit meiner Schreckhaftigkeit aufgezogen.

Am Sonntag habe ich meinen zukünftigen Schulweg erkundet. Ich fahre jeden Tag eine Stunde mit dem Bus zur Schule. An der Bushaltestelle hatte ich mein erstes kleines Problem. Ich bin es gewöhnt, dass Busse an jeder Haltestelle anhalten, wenn Fahrgäste dastehen. Leider ist dies in Australien nicht der Fall. Man muss wie ein Tramper seine Hand raushalten, damit der Bus anhält. Aber da mir das nicht bewusst war, fuhr der Bus einfach durch und ich musste auf den nächsten warten. Das passiert mir nicht noch einmal, denn entgegen der gewohnten 10 bis 15 Minuten musste ich fast 40 Minuten warten.

Am Montag war es dann soweit: mein erster Schultag am Kelvin Grove State College. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Schuluniform. Also ging ich in meiner Alltagskleidung zur Schule. Alle anderen hatten natürlich eine Uniform an, so dass ich mir etwas seltsam vorkam. Ich traf dann relativ schnell die anderen Internationals. Wir bestritten zusammen das introduction program der Schule: Papierkram, Schultour, Gespräch mit dem Direktor, Schuluniform kaufen, Fächerwahl … Am nächsten Tag ging das Programm in die 2. Runde: noch mehr Papierkram, Stundenplan studieren … Am Nachmittag hatten wir dann unsere erste richtige Schulstunde in Australien. Ich hatte Sport. Natürlich war mir erstmal ein bisschen unwohl bei dem Gedanken, in eine komplett neue Klasse zu kommen. Nachdem ich aber erst mal in dem Kurs saß, war es gar nicht so schlimm.

Am Mittwoch hatte die Schule einen Ausflug für uns organisiert. Wir fuhren an die Sunshine Coast nach Noosa. Ich erlebte das erste Mal einen Strand am Pazifischen Ozean. Überall Palmen, türkis-blaues Wasser, exotische Tiere: Wale, Delfine, Schildkröten und wundervolles Wetter. Leider durften wir aufgrund von bestimmten Regeln nicht selbst ins Wasser gehen. Am Donnerstag fing dann der Schulalltag richtig an.

Das Schulsystem in Australien ist in vielen Aspekten sehr verschieden zu dem in Deutschland. Man wählt aus einer Palette verschiedener Fächer sechs aus, wobei Mathe und English gesetzt sind. Ich wählte Visual Arts (Kunst), Media Arts (Kunst mit neuen Medien, z.B. Kurzfilme), PE (Physical Education = Sport) und Science in Practice (experimentelle Naturwissenschaft). Zusätzlich gibt es noch „My personal best“, was als eine Art Berufsvorbereitung zu sehen ist.

Die Benotung von Leistungen ist auch anders als in Deutschland. Bewertet werden nur Assignments, welche großen Hausarbeiten oder Projekten entsprechen, und Exams, welche Klassenarbeiten oder sogar schon Abiturprüfungen ähneln. Ein weiterer großer Unterschied zu deutschen Schulen ist die digitale Infrastruktur. Jeder an der Schule benutzt ein Laptop zum Lernen. In der ganzen Schule ist W-LAN verfügbar, und Aufgaben werden über Daymap (Schulsoftware) für jeden Schüler individuell bereitgestellt. Am überraschtesten war ich aber, als ich den Raum für Media Arts betrat: überall auf den Schultischen waren die neusten Mac-PCs aufgebaut. Des Weiteren war die Software wie Photoshop für jeden Schüler frei verfügbar. Zwar ist die neueste und beste Technik sehr verlockend und gut, jedoch ohne Einweisung schwer zu beherrschen. Ich war in der ersten Woche Stammkunde beim Techniksupport. Dieser Punkt sollte unbedingt noch in das Introduction program aufgenommen werden. Jetzt funktioniert aber fast alles.

Cornelius ist von Juli 2019 bis Juni 2020 am Kelvin Grove State College, Brisbane, Queensland.

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MajaIn diesem Blogbeitrag möchte ich euch von meinem Lieblingsfach am Kawana Waters State College erzählen, damit ihr einen Eindruck habt, wie ein Schulfach auch aussehen kann.

Am Kawana Waters State College wird das Wort „Surfen“ groß geschrieben. Das KWSC legt viel Wert darauf, dass seine Schüler fit im Wasser sind und vor allem im Surfen gefördert werden, was ich wirklich toll finde. Deshalb wird auch das Fach Aquatics Pursuits angeboten, wie ich schon einmal kurz in meinem letzten Beitrag angesprochen habe. Nun möchte ich ein wenig ins Detail gehen.

Der Surfunterricht beginnt jeden Montag schon um 7:40 Uhr morgens am Kawana Beach. Das heißt: früh aus den Federn, rein in den Bikini, Wetsuit und Handtuch schnappen, und los geht’s. Alle Schüler fahren direkt zum Strand. Ich fahre meistens mit dem Fahrrad. Am Strand angekommen bekommt jeder das Surfboard, welches das richtige für einen ist. Die Surfboards bekommen wir von unseren Surflehrern. Ich bin mit einem sehr großen Surfboard gestartet, da es einfacher ist und genau das richtige für einen Anfänger.

Und so läuft der Surfunterricht dann ab: wir bekommen alle ein neongelbes Surfshirt mit der Aufschrift „KWSC Aquatics Program“, damit unsere Surflehrer uns immer erkennen können. Dann werden wir aufgeteilt je nachdem, wie gut man schon ist, da wir 40 Schüler in dieser Surfklasse sind. Jede Gruppe bekommt einen Surflehrer. Insgesamt haben wir fünf Lehrer für das Fach Surfen. Eine davon ist eine Surferin von Außerhalb, die uns trainieren darf. Die Lehrer sind wirklich unglaublich nett. Sie machen den Surfunterricht immer noch spannender und gehen an das ganze mit so viel Leidenschaft ran. Da fühlt man sich gleich ganz sicher im Wasser.

Nun, wir wärmen uns auf, das sieht meistens so aus, dass wir den Strand ein wenig entlang rennen und anschließend noch Krafttraining machen. Nachdem wir uns aufgewärmt haben geht es endlich ins Wasser. Wenn die Wellen sehr hoch sind, paddelt unser Surflehrer mit uns raus und sagt uns, welche Wellen wir nehmen können und welche für uns noch zu gefährlich sind. Jeder kann von da an surfen wie er möchte und der Lehrer sieht vom Strand aus zu, gibt acht, was wir falsch oder richtig machen, und gibt Handzeichen, wenn eine Gefahr besteht oder er möchte, dass wir rauspaddeln.

Ich persönlich liebe das Surfen und bin sehr glücklich, dass meine Schule das anbietet. Inzwischen läuft es auch schon richtig gut. Ich stehe jedes Mal schon richtig auf dem Board und bleibe auch größtenteils stehen. Andererseits wurde ich auch schon sehr oft überspült, aber das macht nichts, das gehört nun mal dazu.

Dienstags haben wir zwei Stunden lang theoretischen Unterricht, in dem wir alle Regeln, Gefahren und Techniken beigebracht bekommen. Wir sitzen nicht immer nur im Klassenzimmer, auch in den Theoriestunden geht es manchmal ins Wasser, allerdings nicht ins Meer, sondern in den „Lake Kawana“, der gleich neben unserem Schulcampus ist. Im See wird dann aber nicht gesurft, sondern Paddeltraining gemacht, da das Paddeln eine große Rolle beim erfolgreichen Wellencatchen spielt. Wie ich bemerkt habe, ist in unserer International-Student Gruppe das Surfen definitiv nicht jedermanns Sache. Wenn man die Chance dazu bekommt es zu lernen, würde ich es auf jeden Fall machen, da Surfen ja ein großes Ding in Australien ist und einen, wie ich im vorherigen Blog schon sagte, ein bisschen mehr mit der Kultur, dem australischen Leben verbindet.

Abschließend kann ich nur sagen, dass mir das Surfen wirklich unglaublich Spaß macht, und ich weiß jetzt schon, wie sehr ich das vermissen werde, wenn ich zurück in Deutschland bin.

Maja ist von Juli 2019 bis April 2020 am Kawana Waters State College, Sunshine Coast, Queensland.

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Maximilian

In diesem Beitrag möchte ich über meine ersten Monate in einer australischen Schule berichten. Vor kurzem habe ich mich mal durch die Artikel der anderen Blog-Autoren gelesen, und da ist mir sofort ein Satz von Maja zum australischen Schulsystem ins Auge gefallen:

Im Vergleich zum deutschen Schulsystem lernen die Kinder hier wirklich Dinge, die sie interessieren und die sie in ihrem späteren Beruf weiterbringen“.

Den Satz (aus diesem Beitrag) kann ich nur unterschreiben und kann die Aussage auch bestätigen: das australische Schulsystem stellt die Interessen des Schülers in den Mittelpunkt. Das Ganze fängt schon bei der Fächerwahl an. Es macht wirklich viel mehr Spaß, wenn man sich ab der Oberstufe nur noch mit sechs Fächern beschäftigt, dann aber richtig. Anstatt in 14 Fächern Themen immer nur anzureißen, kann man hier – wenn man sich darauf einlässt – sehr tief in die Themen eintauchen. So zum Beispiel hat man für Biologie wöchentlich nicht nur zwei Schulstunden Zeit, sondern meist über sechs pro Woche. Das Plus an Zeit ermöglicht dann auch wöchentliche Exkursionen zum Strand, um sich dort dann die Biodiversität der Küstenregion um Noosa anzusehen.

Auch ein viel wissenschaftlicheres Arbeiten ist möglich. So mussten wir in Australien schon nach vier Wochen einen 2.000 Wörter Bericht über ein von uns gewähltes Thema der Meeresbiologie schreiben. Das war eine gute Übung, um das richtige Zitieren von Textstellen oder das Evaluieren von Statistiken und Forschungsergebnissen zu lernen oder auch so einfache Dinge wie das Strukturieren eines wissenschaftlichen Artikels. Am Anfang war ich mit der Aufgabe schon etwas überfordert. Immerhin sollten es 2.000 Wörter auf Englisch werden. Aber auch hier waren wieder alle Australier sehr freundlich und hilfsbereit. Neben Meeres-Biologie habe ich auch noch die praktischen Fächer „Furnishing“ (Einrichtung) und „Engineering“ (Technik) gewählt. Beide haben das Ziel, dem Schüler praktische Fähigkeiten im Umgang mit Werkzeug oder Schweißgerät zu vermitteln, also ganz klar Dinge, die einen im Leben weiterbringen.

Genau deshalb habe ich diese Fächer auch gewählt. So bauen, schweißen und feilen wir in Engineering zum Beispiel gerade ein Auto zusammen. Ja, richtig gelesen, ein AUTO, mit dem wir am Ende auch noch ein Rennen gegen andere australische Schulen fahren, die das gleiche Projekt haben. Was in Deutschland unmöglich scheint, ist in Australien völlig normal. Damit das ganze auch sicher abläuft, wird natürlich nicht jedem International ein Schweißgerät in die Hand gedrückt, noch wird er mit gefährlichen Maschinen in Berührung gebracht. Wer etwas praktisch machen möchte, muss vorher erst einmal die Theorie verstanden haben. Deshalb haben wir Internationals, die Engineering gewählt haben, uns die letzten Wochen durch zahlreiche Texte gelesen, Videos angesehen und Tests geschrieben. Bis man dann endlich an sein erstes Werkstück darf, ein sehr kleines Metallstück, um mit dem genauen Abmessen, Feilen und Bohren vertraut zu werden. Nach den ersten zwei Monaten stehen wir jetzt endlich vor unseren ersten Schweißversuchen. Im anderen praktischen Fach „Furnishing“ ging es da schon etwas schneller. Schon nach wenigen Stunden haben wir alle unser Holz zurechtgeschnitten und arbeiten jetzt an einem kleinen Wandschrank. Auch hier kommt man wieder in Berührung mit vielen scheinbar unbekannten Werkzeugen wie bspw. dem Holzmeißel, mit dem wir hier viel arbeiten. Und heute kann ich sagen, es war die völlig richtige Entscheidung diese Fächer zu wählen. Gerade mir als Segelflieger bringt es sehr viel, den Umgang mit Holz oder Metall zu erlernen. Denn auf einem Flugplatz gibt es immer etwas zu reparieren, und oft braucht man dann auch das Schweißgerät.

Trotz all dem Spaß gibt es aber auch die verpflichtenden Fächer: Englisch und Mathe. Dabei ist der Englisch-Unterricht stark an uns Internationals angepasst. Wir sind zusammen eine große Klasse und behandeln anstatt Shakespeares Hamlet, Gedichte der indigenen Dichterin Oodgeroo Noonuccal. Dazu kommen dann noch gelegentliche Sprech- und Schreibtrainings, welche einen Australier natürlich unterfordern würden. Unterfordert ist man im australischen A-Kurs Mathe (höheres Niveau) auf keinen Fall, der Lehrer behandelt hier Aufgabe für Aufgabe in einem ordentlichen Tempo.

Ich habe mal meinen (deutschen) Mathelehrer gefragt, ob sich die Themen aus unserem Unterricht mit denen aus Deutschland überschneiden. Dabei habe ich herausgefunden, wir behandeln schon jetzt die Kernthemen der 11. Klasse in Deutschland und stoßen mit den verketteten Funktionen schon in die Oberstufe vor. Für mich ist das eigentlich sogar eine Erleichterung, weil ich die Themen sonst in Eigenarbeit nachholen müsste. Doch auch hier gilt, wenn man mal etwas nicht versteht, ist das kein Problem, die Lehrer helfen gerne und es gibt sogar kostenlose Nachhilfe, einmal wöchentlich. Nach zehn Wochen australischer Schule freue ich mich jetzt aber schon auf die Frühlingsferien, denn auch die australische Schule kann anstrengend sein. Doch bei all dem überwiegt eigentlich der Spaß, etwas Neues zu lernen, das man gebrauchen kann. Um zur These am Anfang zurück zu kommen: ich kann nur sagen, der Besuch einer australischen Schule bringt mich/dich weiter. Es gibt so viele verschiedene Fächer, so dass jeder nach seinen Interessen etwas findet und auf jeden Fall auch neben dem Englisch noch etwas fürs Leben lernt.

Maximilian ist für ein Jahr an der Sunshine Beach State High School in Noosa, Sunshine Coast, Queensland

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Maja

Australien gibt einem wirklich ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Jeder Tag fängt bei mir mit Sonnenstrahlen im Gesicht an, da steht man doch gleich viel leichter auf. Sobald ich das Haus verlasse, spüre ich das angenehme Klima an meiner Haut. Obwohl zur Zeit Winter ist, ist es sehr angenehm.

Nun ist der August, mein erster voller Monat, schon zu Ende und war wirklich sehr aufregend. Ich habe mich schon komplett an das australische Leben gewöhnt und kann es mir nur noch schwach vorstellen, wie mein Leben in Deutschland ist. Ich kenne mich inzwischen in meiner Umgebung sehr gut aus, ich fahre überall mit dem Fahrrad hin, und dadurch, dass ich mich in den ersten Wochen öfters mal verirrt habe, kenne ich mich jetzt um so besser aus.

Das Schulleben in Australien macht mir sogar richtig Spaß. Die Schüler hier sind keinem so großen Druck ausgesetzt und haben wirklich ein tolles Verhältnis zu ihren Lehrern. Im Vergleich zu dem deutschen Schulsystem lernen die Kinder hier wirklich Dinge, die sie interessieren und die sie in ihrem späteren Beruf weiterbringen.

Mein absolutes Lieblingsfach ist Aquatics Pursuits, was für uns bedeutet: Surfunterricht. Es ist wirklich unglaublich, dass das wirklich ein Schulfach ist. Ich erlebe so viel in diesem Fach und fühle mich, als würde ich der australischen Kultur dadurch immer näherkommen. Alle Menschen hier sind so kontaktfreudig und offen. Wenn ich zum Beispiel joggen gehe, werde ich von fast jeder Person gegrüßt und angelächelt, das gibt einem wirklich ein gutes Gefühl.

Meine Gastfamilie ist mir inzwischen schon ans Herz gewachsen und hat mir schon ein paar Orte gezeigt wie bspw. den Noosa National Park, welcher umwerfend schön ist. Ich habe nun auch meinen festen Freundeskreis gefunden, vier italienische Mädchen und eine Gruppe Australier. Wie ich am Anfang schon erwähnt hatte, ist das Klima angenehm im Winter hier, es hat in den ganzen acht Wochen nur zwei Mal geregnet, und selbst dann war es noch schön. Das Meer ist noch ein wenig frisch, aber man kann auf jeden Fall schon rein gehen.

Nun freue ich mich auf eine weitere mega tolle Zeit und auf das heiße Wetter, das in den nächsten Monaten ansteht.

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Maximilian

30 Tage liegen jetzt schon hinter mir, es waren die wahrscheinlich aufregendsten seit langem. Es ist wirklich unglaublich, wie gut ich mich hier nach nur 30 Tagen eingelebt habe. Ich habe mich so langsam an den australischen Alltag gewöhnt, bin in der Schule angekommen und auch das Englisch sprechen wird immer flüssiger. Wie gesagt, ich hätte nie gedacht, dass sich dieses so ferne Australien schon nach einem Monat so nah anfühlen kann. Es ist wirklich schön, jetzt auf meine ersten dreißig Tage zurück zu blicken, denn langweilig war es nie.

Angefangen hat alles mit meiner Ankunft bei meiner Gastfamilie vor einem Monat. Dieser eine Moment, in dem man auf einmal das Haus, die Gastfamilie und die Landschaft sieht, war für mich der aufregendste meiner bisherigen Reise. Denn auf das erste Treffen kann man sich einfach nicht richtig vorbereiten. Noch schwieriger wird das ganze, wenn man zuvor einen 24 Stunden Flug-Tag hinter sich hat. Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwarten würde, wie meine Gastgeschenke ankommen oder wie der erste Eindruck von mir ist. Doch ich wurde positiv überrascht. Heute kann ich sagen, ich bin sehr zufrieden mit meiner Gastfamilie.

Ich habe eine freundliche Gastmutter, die jeden Tag meistens frisch, aber immer gut und gesund kocht. Damit hat sie auf jeden Fall eine meiner Befürchtungen ausgeräumt, nämlich ungesunde fettige Fleischmassen mit Käseüberzug. Doch das findet man hier wirklich sehr selten. Zwar lieben die Australier ihr Nationalgericht BBQ, grillen aber nicht jeden Tag. Viel mehr ist meine Gastfamilie auch daran interessiert, was wir in anderen Ländern gerne essen. Sowohl ich als auch mein italienischer Gastbruder sollten jeweils ein Gericht aus unseren Heimatländern kochen. Für mich war das eigentlich kein Problem, da ich schon in Deutschland geübt hatte Käsespätzle zu kochen.

Es war wirklich eine sehr gute Idee, bei den Gastgeschenken nicht nur auf materielle Dinge zu setzen. Denn wenn ich ehrlich bin: das deutsche Kochbuch auf Englisch, das ich geschenkt habe, wartet noch auf seinen ersten Einsatz. Dafür wird aber die Kochschürze mit Blumenmustern gerne genutzt und auch die Schokolade kam gut an. Am besten kamen aber meine selbst gekochten Käsespätzle an. Ich kann es deshalb auch nur empfehlen, zum Beispiel ein deutsches Gericht kochen zu lernen. Denn am Ende steht ein toller Abend mit der Gastfamilie, der zumindest bei mir dazu geführt hat, dass meine Gastfamilie nicht nur zu Käsespätzle-Fans geworden ist, sondern wir uns auch besser kennengelernt haben. Auch mein italienischer Gastbruder schaffte es, mit seinen Spaghetti Carbonara für einen kulinarischen Austausch zu sorgen.

In den nächsten Tagen haben wir uns dann mit unserer neuen Heimat Noosa vertraut gemacht. Wir haben eine lange Wanderung durch den Noosa National Park gemacht, dabei leider keinen Koala gesehen, dafür aber viele hier heimische Brush-Turkey, und viele Fotos von der sehenswerten Natur Noosas gemacht. Am Abend sind wir dann noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, um uns den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Meer anzusehen.

Nach unserem ersten Wochenende in Australien hat dann auch schon die Schule an der Sunshine Beach State High School  angefangen. Eine sehr große Schule, auf deren Gelände man sich einfach verlaufen kann. An unserem ersten Schultag wurden wir aber ganz herzlich als Internationals von der Schulleitung begrüßt, und zum besseren Kennenlernen hatte die Schule ein Buffet mit Wraps, Burgern und vielem mehr vorbereitet. Um uns nicht zu verlaufen haben wir dann auch alle einen Plan von der Schule bekommen. Ich habe mich mit den anderen Internationals über die Gastfamilie, das erste Wochenende oder Pläne für den Aufenthalt in Australien ausgetauscht. Der Kontakt zu den anderen Internationals, unter denen viele verschiedene Nationen vertreten sind, war nicht schwer.

Danach stand das Wählen der Fächer an, ich wusste zwar schon, was ich wählen wollte, am Ende musste ich mich aufgrund sich überschneidender Fächerblöcke aber ein bisschen spontan entscheiden. Nach einem Monat kann ich aber sagen, dass ich mit meiner Fächerwahl sehr zufrieden bin. Es gibt ein vielseitiges Fächerangebot, bei dem jeder nach seinen Interessen etwas findet, das er in seinem Heimatland vielleicht nicht machen kann.

Insgesamt waren meine ersten Tage in Australien aufregend und eindrucksvoll und auf jeden Fall sehr schön. Es macht Spaß hier zu sein, und das liegt für mich vor allem an zwei Dingen: es ist wirklich toll, egal wen man in Australien trifft, egal wo man ist, die Menschen sind immer freundlich und gut gelaunt. Auch das Wetter ist so gut, dass ich sowohl meine langen Hosen als auch meine Regenjacke noch nicht gebraucht habe. Abschließend kann ich auf jeden Fall sagen, dass sich der erste Monat in Australien gelohnt hat, und dass ich mich auf weitere elf Monate hier freue.

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LillyMein großes Abenteuer startete am 10.07.2019 zu Hause in Krefeld, wo ich mich von all meinen Freunden verabschiedet habe. Dann ging es weiter nach Koblenz, wo ich meinen Großeltern tschüss gesagt habe. Danach fuhren wir weiter zum Flughafen nach Frankfurt. Meine Tante kam auch noch dazu, um sich von mir zu verabschieden.

Mit ein paar Tränen, vielen Erinnerungen und einer großen Gruppe aufgeregter Jugendlichen stieg ich dann endlich in den Flieger. Ich war sehr aufgeregt, aber konnte das alles auch noch nicht wirklich glauben, da es immer so weit weg schien. Und jetzt auf einmal war der Tag gekommen, wo es los ging.

Nach ungefähr zwei Tagen fliegen kamen wir am Freitag morgen in Brisbane an. Ich bin schon oft und auch lange geflogen, aber dieser Flug war doch nochmal anders. Als wir ankamen, waren alle müde und aufgeregt zugleich, da man jetzt zu seiner Gastfamilie gefahren wurde. Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt erreichte unser Auto eine kleine Straße an der Sunshine Coast in der Stadt Caloundra, fuhr hinein, wendete und hielt an. Ich stieg aus dem Auto raus, wollte meinen Koffer rausheben, aber da kam mir schon ein älterer Mann zu Hilfe, welcher offensichtlich direkt gegenüber wohnt. Es stellte sich heraus, dass er mein Gastvater war.

Nachdem wir uns begrüßt hatten, zeigte er mir das Haus und mein Zimmer. Ich packte meinen Koffer aus und danach ging ich zum Strand. Ich war immer noch so überwältigt von all den neuen Eindrücken, dass ich gar nicht an Heimweh denken konnte. Doch am nächsten Tag fing ich an zu realisieren, dass ich jetzt hier in Australien für eine längere Zeit bin und nicht zu Hause. Ich hatte dolles Heimweh in den ersten paar Tagen und habe immer noch Heimweh, aber als ich dann am Montag in die Schule ging, wurde es schon besser, da ich total abgelenkt war.

Die Schule ist ganz anders im Vergleich zu der in Deutschland. Die Lehrer sind viel entspannter und auch der Unterricht an sich ist einfacher als zu Hause. In der Schule habe ich zwei sehr nette Mädchen aus Chile kennengelernt, mit denen ich mich nach der Schule treffe, um an den Strand zu gehen.

Generell wird uns viel zur Verfügung gestellt, was wir in der Freizeit oder an Ausflügen machen wollen. Zum Beispiel werde ich ab nächsten Sonntag jede Woche am Surfunterricht teilnehmen. Außerdem können wir auch an einem Tag einen Ausflug zu Fraser Island machen, welches ein bekanntest Reiseziel für Australien ist. Dies wird uns von der Schule angeboten und steht allen Internationals, heißt allen Schülern/-innen zur Verfügung, die aus anderen Ländern kommen. Man lernt somit viel mehr Menschen aus ferneren Ländern oder Kontinenten kennen, mit denen man dann lange und gute Freundschaften schließen kann.

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