Leben an der Sunshine Coast

Julian

Jetzt bin ich schon seit fast drei Monaten in Australien und konnte bisher jeden Augenblick genießen. Der Einstieg in die Schule verlief besser als gedacht und mein Verhältnis zur Gastfamilie ist sehr gut.

Nach dem Ende des ersten Terms kann ich sagen, dass ich mich sprachlich richtig gut weiterentwickelt und meinen Wortschatz deutlich erweitert habe. Mir fällt es jetzt viel leichter, mit den Australiern in ein längeres Gespräch zu kommen, einem Fernsehfilm folgen zu können oder ein englisches Buch zu verstehen. In der Schule habe ich in den vergangenen zehn Wochen einiges gelernt.

Im Fach “Fashion“, das mich sehr interessiert, haben wir die 1920er Jahre behandelt: Welche Designer diese Ära geprägt haben, was in der Mode angesagt war und vieles mehr. Außerdem habe ich auch Nähen gelernt.

In “Sports and Recreation“ haben wir uns intensiv mit dem Softball-Spiel beschäftigt und uns um Ernährungsthemen gekümmert. Mein Assignment (schriftliche Semesterarbeit in einem Fach – ähnlich wie eine kurze GFS in Deutschland) bestand daraus, für einen Softballspieler einen speziellen Ernährungsplan zu erstellen.

Ein weiteres Fach, das ich gewählt habe, ist Volleyball. Ich habe die Volleyball-Regeln gelernt, meine Technik verbessert und taktisch einiges dazu gelernt. Diese Sportart macht mir sehr viel Spaß, deswegen nutze ich oft die Gelegenheit, mit meinen Freunden hier am nahegelegenen Strand Volleyball zu spielen. Während der letzten beiden Wochen des Terms sind wir in diesem Fach mit der ganzen Klasse ins Fitnessstudio gegangen und haben Übungen gemacht, um die Sprungkraft zu verbessern. Für mein Assignment habe ich die erforderlichen Fitnesskomponenten in Volleyball genauer untersucht und einen eigenen Trainingsplan mit Übungen entworfen, um meine Leistungsfähigkeit in dieser Sportart zu verbessern.

Surfbrett-Pflege

Mit den Themen „Workplace health and safety“ und  „How to write a resume / memo“ haben wir uns im Fach Englisch befasst. Mich haben diese Themen sehr interessiert und ich bin überzeugt, dass ich dieses Wissen nach meiner Rückkehr nach Deutschland im Sommer bei einem Ferienjob, so der Plan, für mich nutzen kann.

Und jetzt möchte ich berichten, was ich in der Freizeit so mache: Vor kurzem habe ich mir ein Surfboard gekauft. Nach Möglichkeit versuche ich drei-  bis viermal die Woche mit Freunden am Alexandra Headland Beach surfen zu gehen. Manchmal gehen wir morgens schon früh los und surfen dann den ganzen Tag. Es ist sehr anstrengend, aber es macht richtig viel Spaß und man sieht schnell die Fortschritte.

Wenn ich abends Zeit habe, genieße ich die wunderschönen Sonnenuntergänge. Im Vergleich zu Deutschland geht die Sonne hier deutlich früher unter.

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Fütterung der Krokodile

Zusammen mit meinem Zwillingsbruder war ich im Australia Zoo. Es war ein unvergesslicher Tag! Ich hatte die Möglichkeit, einen Koalabären, einen Alligator und eine Schlange auf den Arm zu nehmen. Sogar Kängurus konnte ich streicheln. Es gibt dort sehr viele verschiedene Tiere, die es in dieser Vielfalt in deutschen Zoos nicht gibt. Man muss einen kompletten Tag dafür einplanen, da man viel Zeit benötigt, um alle Tiere sehen zu können.

Zusammen mit Freunden habe ich auch den Buderim Waterfall angeschaut. Wir waren dort im angenehm kühlen Wasser und entspannten uns von der Hitze des australischen Sommers. Neben dem Wasserfall ist ein wunderschöner Platz, wo man sich hinsetzen und picknicken kann.

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Holi-Festival in Brisbane

Der Besuch eines Holi-Festivals zusammen mit Freunden in Brisbane war für mich ein unvergesslicher Tag! Ein DJ sorgte für coole Musik, während wir Farbpulver, welches wir gemeinsam mit einem weißen T-Shirt vor Ort kaufen konnten, in die Luft warfen um am Ende ein ganz besonderes Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen zu können.

Neulich hat mich mein australischer Gastbruder abends in seinem Boot mitgenommen, um auf Fischfang zu gehen. Dabei hatte ich die Gelegenheit, ihn und sein Leben etwas besser kennenzulernen. Der Abend war sehr schön, auch wenn wir bis am Ende des Tages leider keinen Fisch gefangen hatten.

An den Wochenenden gehe ich öfters mit Freunden in ein Restaurant. Danach besuchen wir ab und zu einen Skatepark und schauen den Skatern zu.

Wie überall auf der Welt hat die Corona-Pandemie auch das Leben in Australien verändert. In den letzten zwei Schulwochen kamen anstelle der üblichen 20 nur drei bis vier Schüler zum Unterricht. Ich bin gespannt, wie es nach den Osterferien weitergeht. Die Ausgehregeln hier sind ähnlich wie in Deutschland. Ich darf nur noch zum Einkaufen oder für meine sportlichen Aktivitäten das Haus verlassen. Ich erledige alle Schulaufgaben von zu Hause aus, gehe jeden Tag joggen und nutze die Zeit, um neue Dinge auszuprobieren. Letztens habe ich mir eine Isomatte gekauft, um im Garten regelmäßig „Workouts“ zu machen und danach geht’s zu Abkühlung in den eigenen Pool.

Meine Gastmutter nimmt sich Zeit, mir kochen beizubringen und beschäftigt mich in der Regel morgens im Garten. Abends schauen wir als Gastfamilie einen Film an oder spielen zusammen Karten. Jeden Nachmittag treffen wir uns mit zwei Nachbarn, setzen uns in 1,5 m Abstand vor dem Haus zusammen, reden und essen Snacks. Zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört es mit dem Hund eine Runde laufen zu gehen. Das ist eine tolle Gelegenheit, regelmäßig an die frische Luft zu kommen.

Ich bin sehr gespannt, wie es nach den Osterferien mit der Schule und dem Leben hier in Australien weitergeht.Leben an der Sunshine Coast 4

Julian ist für ein halbes Jahr an der Mountain Creek State High School, Sunshine Coast, Queensland

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