JohannesIn meinem zweiten Blogbeitrag will ich euch einen Einblick in mein Alltagsleben geben. Die Schulwoche am Kawana Waters State College beginnt montags um 8.50 Uhr, über eine Stunde später, als ich das aus Deutschland gewohnt bin. Dieser Rhythmus kommt mir sehr entgegen, weil ich viel ausgeschlafener und fitter in den Tag starte. Ich kann dadurch mehr Wissen aufnehmen und mich besser konzentrieren. Nach der Schule, so gegen 15 Uhr, habe ich meistens Zeit für einen Besuch im nahegelegenen Shoppingcenter und oft geht’s danach mit Freunden noch an den Strand. Meine Schularbeiten erledige ich für gewöhnlich abends nach dem Abendessen, da um 19 Uhr meine Curfew (Erlaubnis, draußen zu sein) endet. Es ist um die Uhrzeit auch schon sehr dunkel, deswegen passt das perfekt für mich.

Nun will ich euch zwei meiner Lieblingsfächer etwas näher vorstellen. Im Fach „Film, Television and New Media“ lerne ich wie man Videos analysiert. Dabei bekommt man viele nützliche Skills und Tricks mit. Seither betrachte ich Videos und Filme aus einer ganz anderen Perspektive. Als Assignment (vergleichbar mit einer kleinen GFS in Deutschland), musste ich ein Video genau untersuchen und es vom Ton, von den Kameraperspektiven, vom Content, von den Schauspielern und von den Schnitten her analysieren und dabei Verbesserungsvorschläge mit einbringen. Ich freue mich voll auf den Beginn des 2. Terms, denn dann darf ich mein eigenes Musikvideo drehen.

Ein anderes Schulfach, welches mir in Australien große Freude bereitet, ist die Teilnahme am „Football Excellence Program“. Pro Woche findet jeweils eine Trainingseinheit auf einem Rasenplatz, in der Sporthalle und dazu eine Theorieeinheit im Klassenzimmer statt, bei der ich viele neue spannende Themen rund um Fußball kennenlerne. Dazwischen fahren wir mit einem Mannschaftsbus zu größeren Turnieren nach Brisbane oder an die wunderschöne Gold Coast. Obwohl ich einer der Jüngsten in dem Oberstufen-team bin, konnte ich mir einen Stammplatz erkämpfen und dank eines tollen Teamspirits den ersten Turniersieg feiern und damit der Mannschaft die Qualifikation für ein großes Turnier in Brisbane sichern.

Australischer Lebensrhythmus 1

Brisbane

Mit Freunden plane ich bereits während der Woche meine Aktivitäten bzw. Ausflüge für die kommenden Wochenenden. Wenn man unter der Woche diszipliniert seine Aufgaben erledigt, dann kann man sein Wochenende verplanen und das Land besser kennenlernen. Von den Ausflügen, die ich unternommen habe, kann ich den zukünftigen Internationals, die ebenfalls an die Sunshine Coast kommen, folgende Ziele sehr empfehlen: besucht den Australia Zoo, besteigt den Mount Coolum und wandert zu den Buderim Waterfalls. Natürlich sollte auch ein Besuch in dem ca. 80 km entfernt liegenden Brisbane nicht fehlen. Dort empfehle ich auf jeden Fall einen Abstecher in die Eat Street Northshore, einem vielseitigen Street Food Markt. Dort kann man köstliche regionale sowie internationale Spezialitäten finden, die man so bei uns nicht kennt. Diese Empfehlungen sind meine absoluten Favoriten aus einer ganzen Reihe von Ausflügen, die ich in den ersten zwei Monaten unternommen habe.

Australischer Lebensrhythmus 2

Blick auf die Glasshouse Mountains

Nicht weit entfernt von meiner Schule gibt es schöne Sandstrände mit frei zugänglichen Barbecue Plätzen. Freitags und samstags gibt es regelmäßig selbstorganisierte Treffen mit Internationals aus den verschiedensten Ländern, die zum Teil unterschiedliche Schulen besuchen, dazu kommen aber auch australische Mitschüler, eine perfekte Gelegenheit, um neue Freundschaften zu knüpfen.

Morgens vor der Schule ist es meistens nicht so heiß und deshalb nutze ich ab und zu die Gelegenheit, um am nur fünf Minuten von meinem Wohnort entfernten Strand zusammen mit meinem mexikanischen Gastbruder joggen zu gehen. Aktuell im April befinden wir uns hier schon im australischen Herbst und das ist nach Meinung meiner Gasteltern die beste Jahreszeit für sportliche Aktivitäten, weil es nicht mehr ganz so heiß ist und das Wetter konstant gut bleibt. Manchmal verabrede ich mich schon frühmorgens mit Freunden am Strand, um den unglaublich schönen Sonnenaufgang zu genießen. Danach machen wir einen längeren Spaziergang oder frühstücken gemütlich zusammen. Da abends schon früh die Sonne untergeht und ich dann meistens noch am Strand bin oder im Meer bade, sehe und genieße ich dort auch öfters den Sonnenuntergang. Die Farben leuchten dabei immer sehr kräftig und strahlend. Auf mich wirkt das sehr intensiv und irgendwie auch ein bisschen magisch. Dazu spürt man rund um die Uhr die gechillte Lebenseinstellung der Australier. Eine Stimmung, die ich so in Deutschland nicht kenne.

Mittlerweile ist auch in Australien das Coronavirus angekommen und ein großes Gesprächsthema geworden. Ein größerer Teil der Internationals ist abgereist und neue Schüler aus dem Ausland durften nicht mehr kommen. Mein Zwillingsbruder und ich haben zusammen mit unseren Eltern die Situation ausführlich bewertet und uns dann entschieden, wie geplant auch den zweiten Term zu absolvieren. Die Schule und meine Gasteltern nehmen die Situation sehr ernst, es gibt ähnlich strenge Regeln wie in Deutschland. Trotz allen Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie empfinde ich die Zeit hier aktuell noch als sehr schön, nur eben auf eine andere Art als bisher. Anstatt mit Freunden verbringt man jetzt viel mehr Zeit mit der Familie, geht eigenen Interessen nach, für die man endlich mal genug Zeit hat und kommt gut zur Ruhe. Ich habe die Tage genutzt, um kochen zu lernen und verbringe sehr viel Zeit mit meinen Gastbrüdern aus Australien und Mexiko. Ich bin sehr gespannt, wie es in den nächsten Wochen weitergeht. Der zweite Term startet nach den Osterferien erst einmal im Online-Modus, doch ich hoffe, dass es bei den strengen Regeln und Hygienevorschriften der Australier mit im Vergleich zu Europa deutlich geringeren Fallzahlen in ein paar Wochen zu  Lockerungen kommt und wir wieder mehr Freiheiten haben werden.

Johannes ist für ein halbes Jahr am Kawana Waters State College, Sunshine Coast, Queensland

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Julian

Jetzt bin ich schon seit fast drei Monaten in Australien und konnte bisher jeden Augenblick genießen. Der Einstieg in die Schule verlief besser als gedacht und mein Verhältnis zur Gastfamilie ist sehr gut.

Nach dem Ende des ersten Terms kann ich sagen, dass ich mich sprachlich richtig gut weiterentwickelt und meinen Wortschatz deutlich erweitert habe. Mir fällt es jetzt viel leichter, mit den Australiern in ein längeres Gespräch zu kommen, einem Fernsehfilm folgen zu können oder ein englisches Buch zu verstehen. In der Schule habe ich in den vergangenen zehn Wochen einiges gelernt.

Im Fach “Fashion“, das mich sehr interessiert, haben wir die 1920er Jahre behandelt: Welche Designer diese Ära geprägt haben, was in der Mode angesagt war und vieles mehr. Außerdem habe ich auch Nähen gelernt.

In “Sports and Recreation“ haben wir uns intensiv mit dem Softball-Spiel beschäftigt und uns um Ernährungsthemen gekümmert. Mein Assignment (schriftliche Semesterarbeit in einem Fach – ähnlich wie eine kurze GFS in Deutschland) bestand daraus, für einen Softballspieler einen speziellen Ernährungsplan zu erstellen.

Ein weiteres Fach, das ich gewählt habe, ist Volleyball. Ich habe die Volleyball-Regeln gelernt, meine Technik verbessert und taktisch einiges dazu gelernt. Diese Sportart macht mir sehr viel Spaß, deswegen nutze ich oft die Gelegenheit, mit meinen Freunden hier am nahegelegenen Strand Volleyball zu spielen. Während der letzten beiden Wochen des Terms sind wir in diesem Fach mit der ganzen Klasse ins Fitnessstudio gegangen und haben Übungen gemacht, um die Sprungkraft zu verbessern. Für mein Assignment habe ich die erforderlichen Fitnesskomponenten in Volleyball genauer untersucht und einen eigenen Trainingsplan mit Übungen entworfen, um meine Leistungsfähigkeit in dieser Sportart zu verbessern.

Surfbrett-Pflege

Mit den Themen „Workplace health and safety“ und  „How to write a resume / memo“ haben wir uns im Fach Englisch befasst. Mich haben diese Themen sehr interessiert und ich bin überzeugt, dass ich dieses Wissen nach meiner Rückkehr nach Deutschland im Sommer bei einem Ferienjob, so der Plan, für mich nutzen kann.

Und jetzt möchte ich berichten, was ich in der Freizeit so mache: Vor kurzem habe ich mir ein Surfboard gekauft. Nach Möglichkeit versuche ich drei-  bis viermal die Woche mit Freunden am Alexandra Headland Beach surfen zu gehen. Manchmal gehen wir morgens schon früh los und surfen dann den ganzen Tag. Es ist sehr anstrengend, aber es macht richtig viel Spaß und man sieht schnell die Fortschritte.

Wenn ich abends Zeit habe, genieße ich die wunderschönen Sonnenuntergänge. Im Vergleich zu Deutschland geht die Sonne hier deutlich früher unter.

Leben an der Sunshine Coast 3

Fütterung der Krokodile

Zusammen mit meinem Zwillingsbruder war ich im Australia Zoo. Es war ein unvergesslicher Tag! Ich hatte die Möglichkeit, einen Koalabären, einen Alligator und eine Schlange auf den Arm zu nehmen. Sogar Kängurus konnte ich streicheln. Es gibt dort sehr viele verschiedene Tiere, die es in dieser Vielfalt in deutschen Zoos nicht gibt. Man muss einen kompletten Tag dafür einplanen, da man viel Zeit benötigt, um alle Tiere sehen zu können.

Zusammen mit Freunden habe ich auch den Buderim Waterfall angeschaut. Wir waren dort im angenehm kühlen Wasser und entspannten uns von der Hitze des australischen Sommers. Neben dem Wasserfall ist ein wunderschöner Platz, wo man sich hinsetzen und picknicken kann.

Leben an der Sunshine Coast 5

Holi-Festival in Brisbane

Der Besuch eines Holi-Festivals zusammen mit Freunden in Brisbane war für mich ein unvergesslicher Tag! Ein DJ sorgte für coole Musik, während wir Farbpulver, welches wir gemeinsam mit einem weißen T-Shirt vor Ort kaufen konnten, in die Luft warfen um am Ende ein ganz besonderes Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen zu können.

Neulich hat mich mein australischer Gastbruder abends in seinem Boot mitgenommen, um auf Fischfang zu gehen. Dabei hatte ich die Gelegenheit, ihn und sein Leben etwas besser kennenzulernen. Der Abend war sehr schön, auch wenn wir bis am Ende des Tages leider keinen Fisch gefangen hatten.

An den Wochenenden gehe ich öfters mit Freunden in ein Restaurant. Danach besuchen wir ab und zu einen Skatepark und schauen den Skatern zu.

Wie überall auf der Welt hat die Corona-Pandemie auch das Leben in Australien verändert. In den letzten zwei Schulwochen kamen anstelle der üblichen 20 nur drei bis vier Schüler zum Unterricht. Ich bin gespannt, wie es nach den Osterferien weitergeht. Die Ausgehregeln hier sind ähnlich wie in Deutschland. Ich darf nur noch zum Einkaufen oder für meine sportlichen Aktivitäten das Haus verlassen. Ich erledige alle Schulaufgaben von zu Hause aus, gehe jeden Tag joggen und nutze die Zeit, um neue Dinge auszuprobieren. Letztens habe ich mir eine Isomatte gekauft, um im Garten regelmäßig „Workouts“ zu machen und danach geht’s zu Abkühlung in den eigenen Pool.

Meine Gastmutter nimmt sich Zeit, mir kochen beizubringen und beschäftigt mich in der Regel morgens im Garten. Abends schauen wir als Gastfamilie einen Film an oder spielen zusammen Karten. Jeden Nachmittag treffen wir uns mit zwei Nachbarn, setzen uns in 1,5 m Abstand vor dem Haus zusammen, reden und essen Snacks. Zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört es mit dem Hund eine Runde laufen zu gehen. Das ist eine tolle Gelegenheit, regelmäßig an die frische Luft zu kommen.

Ich bin sehr gespannt, wie es nach den Osterferien mit der Schule und dem Leben hier in Australien weitergeht.Leben an der Sunshine Coast 4

Julian ist für ein halbes Jahr an der Mountain Creek State High School, Sunshine Coast, Queensland

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JulianZusammen mit meinem Zwillingsbruder Johannes, der eine andere Schule in Queensland besucht, bin ich am 19. Januar 2020 in Frankfurt gestartet. Dort haben wir uns mit einer Mitreisenden getroffen, die ebenfalls mit Highschool Australia auf dem Weg nach Brisbane war. Dank eines kostenlosen Upgrades sind wir sehr komfortabel und angenehm nach Dubai geflogen. Dort hatten wir dann ein paar Stunden Aufenthalt, bevor es dann in einer größeren Gruppe, ganz ohne Reisebegleitung, weiter nach Brisbane ging. Die Wartezeit verging sehr schnell, da wir als 7-er Gruppe unterwegs waren, die alle dasselbe Ziel und ein ähnliches Abenteuer in Queensland vor sich hatten.

Als wir in Brisbane ankamen und unseren Abholservice gefunden hatten, verließen wir den Flughafen und wurden direkt zu unseren Gastfamilien gebracht. Wir haben uns leider nach der Ankunft wieder trennen müssen, da alle an unterschiedlichen Schulen im Bereich der Sunshine bzw. Gold Coast untergebracht sind.

Im Vergleich zum Winter in Deutschland ist es in Australien im Januar hochsommerlich warm und trocken. Mit der Gastfamilie kam ich von Anfang an sehr gut zurecht und fühle mich da sehr wohl. Eine Umstellung für mich waren die Essgewohnheiten. In Australien gibt es die Hauptmahlzeit nicht wie in Deutschland am Mittag, sondern am Abend. Was mir in den ersten Tagen Australien sofort auffiel war, dass die Menschen hier alle sehr freundlich, nett und bemüht sind.

Die wundervolle Landschaft ist mir ebenfalls sofort aufgefallen. Alles ist hier sauber und es gibt sehr viele Pflanzen und Grünanlagen. Ich lebe in Minyama, einem Vorort der Sunshine Coast in Queensland. Von dort kann man sehr gut die Region und die Natur entdecken. In den Ferien bin ich dann oft mit einem Fahrrad meiner Gasteltern herumgefahren und habe die Gegend erkundet.

Dann war es endlich soweit. Mein erster Schultag stand vor er Tür. Alle Internationals trafen sich an der Schule und wir bekamen eine Führung, bei der uns alles gezeigt und erklärt wurde. Ich besuche die Mountain Creek State High School, sie ist mit ca. 2.000 Schülerinnen und Schülern viel größer als meine Schule in Deutschland. Es war am Anfang ziemlich unübersichtlich und schwer, immer das richtige Gebäude zu finden. Aber alle hier sind sehr freundlich und helfen dir dabei.

Das Tragen einer Schuluniform ist schon eine große Umstellung, sogar in Sport haben wir eine einheitliche Kleidung. Generell sind die Regeln in der Schule hier etwas strenger, so darf man in der Schule nur Wasser trinken und keinen Schmuck tragen. Ein anderer großer Unterschied zu deutschen Schulen ist, dass man hier seine Fächer frei wählen kann. Mathe und Englisch sind Pflicht, aber die anderen Fächer kannst du dir selber aussuchen. Ich habe als Fächer Englisch, Mathe, Spanisch, Fashion, Sport & Recreation und Volleyball genommen. Ich bin mit dieser Auswahl sehr zufrieden und gehe täglich sehr gerne in den Unterricht. Am Anfang ist es zwar ein bisschen schwer in das Englische reinzukommen und alles zu verstehen, aber mit der Zeit wird das besser. Ich habe mich entschieden, die naturwissenschaftlichen Fächer abzuwählen, da nach meiner Einschätzung hier der Einstieg in den Unterricht schwerer fällt.

Ein weiterer Unterschied zur deutschen Schule ist für mich, dass ich an der Mountain Creek State High School nur vier Fächer am Tag habe, die jeweils 70 Minuten gehen. Man hat hier auch nur eine große Pause und nicht mehrere kleine Pausen. Es gibt auch keine einheitliche Klasse, in der du den ganzen Tag bist, sondern jedes Fach findet in einem anderen Raum statt und du hast andere Mitschüler. Im Gegensatz zu Deutschland konnte ich z.B. in Mathe selbst entscheiden, welchen Schwierigkeitsgrad ich wählen will.

Am Nachmittag gibt es verschiedene Sportangebote in der Schule, hier habe ich mich für Volleyball entschieden. Über den Schulsport gelingt es ganz gut, mit einheimischen Jungs in Kontakt zu kommen. Mir ist es an der Schule leichtgefallen, neue Freunde zu finden, mit denen man dann nachmittags an den nahen Strand gehen kann oder am Wochenende einen gemeinsamen Ausflug unternimmt. So gehen wir in einer Gruppe von Internationals am kommenden Wochenende nach Noosa und besuchen gemeinsam einen Nationalpark, der sehr schön sein soll.  An den vergangenen Wochenenden waren wir als Gruppe am Strand, zusammen Essen oder beim Roler-Skating. Die meisten Internationals kommen aus Deutschland, einige aber auch aus Südamerika, den USA oder China.

Was das Essen angeht, werde ich von meiner Gastmutter hier sehr gut versorgt. In den letzten Wochen gab es eine große Auswahl an verschiedenem Fleisch mit viel Salat und Gemüse zum Essen. Vor kurzem bin ich einem Fitnessstudio beigetreten, das nur 500 Meter von mir weg ist, und gehe zwei bis drei Mal die Woche dorthin, um mich fit zu halten. Eine weitere Option, wie man seinen Nachmittag verbringen kann, ist neben dem Strand der Besuch im Sea Life. Ich war dort schon und war sehr begeistert. Man konnte sich sehr viele Tiere anschauen wie Haie, Seepferde, Quallen, Seesterne und ganz viele bunte Fische. Ab und zu gehe ich auch mal einkaufen, in meiner Nähe sind zwei größere Einkaufszentren. Alles in allem hatte ich einen ziemlich perfekten Start hier in Australien und freue mich jeden Tag auf neue Begegnungen und Erlebnisse.

Julian ist für ein halbes Jahr an der Mountain Creek State High School, Sunshine Coast, Queensland

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JohannesDer Abschied von meiner Familie und meinen Freunden fiel mir echt schwer, weil ich gefühlt alles zurücklasse, was ich liebe, um mich zusammen mit meinem Zwillingsbruder in ein komplett neues Abenteuer zu stürzen. Ich verabschiedete mich ausführlich und fuhr mit meiner Familie am 19. Januar 2020 zum Flughafen nach Frankfurt. In Deutschland war das Wetter an diesem Tag winterlich kalt mit Schneefall.

Am Gate trafen wir schon eine erste Mitreisende von Highschool Australia, die mit uns über Dubai nach Brisbane flog. Wir haben uns entschieden, die Reise ohne Flugbegleitung zu buchen und haben uns im Vorfeld als Gruppe mit sieben Schülern organisiert und die Flugzeiten abgestimmt. Von Anfang an war ich also nie alleine und knüpfte bereits erste Freundschaften am Flughafen. Mein Zwillingsbruder und ich hatten ein riesiges Glück. Wir bekamen kurz vor dem Abflug völlig unerwartet ein kostenloses Upgrade für die Business Class im Oberdeck einer A380 bis zur Zwischenlandung in Dubai. Das war ein unglaublich toller Start in unser Abenteuer. Der Flug verlief sehr ruhig und angenehm mit perfekter Verpflegung und Unterhaltung. Es gab eine coole Lounge mit einer großen Bar im Flugzeug, wo man sich jederzeit weitere leckere Verpflegung holen, gemütlich stehen und sogar neue Kontakte mit gechillten Mitreisenden knüpfen konnte.

Wir fanden uns im Flughafen in Dubai sehr gut zurecht und konnten bei Bedarf immer jemanden fragen. Das Flughafenpersonal war außerdem sehr bemüht. In Dubai trafen dann nach und nach die weiteren Mitreisenden von Highschool Australia ein, die in Wien, München und Hamburg gestartet waren und dann zusammen mit uns nach Brisbane flogen. Diese Reise ohne Begleitung war echt gar kein Problem und wir bekamen alles sehr gut organisiert. Als alle eingetroffen waren, gingen wir nach dem langen Flug in ein Restaurant und lernten uns dort ausführlicher kennen. Es war sehr spannend, andere Jugendliche zu treffen, die sich in dasselbe Abenteuer stürzen, gleich alt sind und gleiche, ähnliche oder andere Erwartungen und Wünsche für den Auslandsaufenthalt haben.

Der Zielort der Einzelnen lag entweder an der Sunshine Coast oder an der Gold Coast. Mein Bruder und ich haben uns für die eher ruhigere Sunshine Coast entschieden, dies lag aber auch an den ausgewählten Schulen. Julian besucht die Mountain Creek High School und ich das nur wenige Kilometer entfernte Kawana Waters State College. Auf uns wartete am Flughafen ein Abholservice, mit dem wir dann zu unserer Gastfamilie gefahren wurden. Jeder war nervös und sehr erschöpft von der langen Reise. Meine Gastfamilie wohnt glücklicherweise direkt am Meer. Die Familie empfing mich herzlich und machte zu Beginn eine Hausführung. Ich habe insgesamt sechs Gastgeschwister, jedoch wohnen nur noch die beiden Jüngsten zu Hause. Die beiden sind ebenfalls Zwillinge (Mann und Frau), doch mit Anfang 20 schon etwas älter als ich.

Ich verstehe mich mit meinem Gastbruder extrem gut, da wir dieselben Hobbys und Interessen haben. Vor allem in den ersten Tagen, als ich noch niemanden kannte, unternahm er sehr viel mit mir und zeigte mir vieles in der Umgebung. Dafür war ich ihm sehr dankbar. Das Englisch der Australier unterscheidet sich schon deutlich von der Aussprache zu unserem Schulenglisch. Man gewöhnt sich aber nach ein paar Tagen recht schnell daran. Am Anfang ist mir das Verstehen nicht leicht gefallen, doch wenn man freundlich nachfragt, dann helfen die Australier einem sehr gerne.

In den ersten Tagen war ich wegen des Jetlag und dem heißen Sommerwetter sehr erschöpft. Die Temperaturumstellung betrug ca. 35 Grad (von -5°C auf +30°C). Ich selbst bin eine Woche vor Schulbeginn angereist, um mich daran zu gewöhnen. Das kann ich jedem nur empfehlen, da man sich so etwas erholen und organisieren kann. Ein paar Tage später kam noch ein weiterer mexikanischer Austauschschüler in meine Familie. So konnten wir die letzten Ferientage noch zusammen verbringen und waren am ersten Schultag nicht alleine.

Als es soweit war, wurden wir von unserer Gastmutter zur Schule gebracht und kauften uns zuerst eine Schuluniform, da man mit seinen eigenen Klamotten nicht in die Schule gehen darf. Was das Anziehen anbelangt, sind die Vorschriften sehr streng. Dies ist eine für mich komplett neue Erfahrung und nicht vergleichbar mit dem, was ich in Deutschland gewohnt war.

Mein mexikanischer Gastbruder und ich lernten schnell andere Internationals kennen. Die meisten kommen aus Deutschland und Österreich. Mitschüler aus Südamerika (Mexiko, Chile und Brasilien) sind ebenfalls gut vertreten. Schnell wurde eine Clique gebildet und wir verabredeten uns nach der Schule in einem Shoppingcenter oder am nahegelegenen Sandstrand. Als International ist es nicht einfach, sich mit australischen Mitschülern anzufreunden, da sie die „Neuen“ erst mal scannen und oft schon ihre eigene Clique haben. Das habe ich mir tatsächlich anders vorgestellt.

Da ich aber Fußball liebe und in Deutschland drei Jahre Leistungsfußball gespielt habe, fiel im Vorfeld meine Entscheidung auf eine Schule mit einem „Excellence Program“ für Fußball. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich in das Programm aufgenommen wurde und damit Fußball auch als Schulfach mit zwei Trainings- und einer Theorieeinheit habe. So ist es dann leichter mit den einheimischen Jungs ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich schon auf die anstehenden Spiele und Turniere, eine Möglichkeit mehr, das Land kennen zu lernen.

Die Schule ist hier komplett anders organisiert als in Deutschland und vieles läuft über das Internet bzw. über den PC. Da man die Fächer hier eigentlich selbst wählen kann, nimmt man auch diejenigen, die einen sehr interessieren und deshalb macht die Schule hier auch mehr Spaß. Viele Fachbegriffe sind am Anfang in den Fächern sehr schwer zu verstehen, doch das verbessert sich von Tag zu Tag. An das australische Leben habe ich mich hier sehr schnell gewöhnt.

Die Schule ist mit dem Fahrrad von meiner Unterkunft aus schnell zu erreichen. Gemeinsame Ausflüge mit neuen Freunden in einen Nationalpark, in das Shopping-Center oder an den Strand gefallen mir hier sehr und ich genieße hier das Leben in vollen Zügen, jeden Tag aufs Neue.

Johannes ist für ein halbes Jahr am Kawana Waters State College, Sunshine Coast, Queensland

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Cornelius

Nachdem ich mein erstes Semester in Australien absolviert hatte, ging es in die hochverdienten Sommerferien. Die ersten zwei Wochen habe ich zum größten Teil zu Hause im Pool verbracht, einfach nur, um die enorme Hitze zu überleben. Meine Gastmutter pflegt immer zu sagen: „Ein Haus in Australien hat entweder einen Pool oder eine Klimaanlage, beides wäre am besten.“

Wenn ich nicht im Pool planschte, habe ich mich mit Freunden getroffen und neue Aktivitäten ausprobiert. An einem Tag haben wir uns zum Angeln verabredet. Ursprünglich wollten wir Tintenfische fangen, was wir jedoch nach einer Weile aufgegeben haben. Auch die folgenden Versuche, irgendwelche Fische zu angeln, sind leider erfolglos geblieben. So sind wir mit leeren Händen nach Hause gefahren.

Mitte Dezember sind meine Eltern aus Deutschland gekommen, um mit mir das Weihnachtsfest zu verbringen und sich all die Dinge hier vor Ort anzusehen, die sie bisher nur aus meinen Berichten kannten. Außerdem wollten wir gemeinsam durch einen Teil von Australien reisen, um das Land kennen zu lernen. Mein Vater hatte zuvor eine Reiseroute festgelegt.

Die erste Station war Brisbane, wobei ich für die Ausflüge verantwortlich war. Das war nicht so einfach, da ich aus eigener Erfahrung die Probleme mit der Zeitumstellung gut in Erinnerung hatte. Da es sehr gut ist, den ersten Tag gleich maximal zu nutzen, haben wir die Innenstadt besucht. Den Rest der ersten Woche füllten Ausflüge nach Stradbroke Island, den Australian Zoo und Byron Bay. Danach konnte ich endlich die Fremdenführerrolle etwas abgeben und die große Reise begann. Da ich definitiv nicht alles aufzählen kann, hier meine Highlights der Reise:

Unser nächstes Ziel war Airlie Beach. Von dort aus fuhren wir per Schiff zu den Whitsundays. Das ist eine Inselgruppe mit schneeweißen Stränden und einer beeindruckenden Tierwelt. Beim Schnorcheln haben wir die verrücktesten Fische gesehen. Mein persönlicher Höhepunkt war eine Meeresschildkröte, die kurz vor unserem Boot aufgetaucht ist. Am Ende der Tour haben wir eine Höhle der Aborigines mit alten Malereien erkundet.

Weihnachten haben wir in einem Ressort in der Nähe von Cairns verbracht. Es war echt ein kleiner Kulturschock, Weihnachten ohne richtigen Tannenbaum und bei mehr als 30°C zu feiern. Heiligabend gab es das Abendbrot unter dem Sternenhimmel. Wir konnten einen verzaubernden Anblick genießen, da es keine anderen Lichter weit und breit gab. An den Weihnachtsfeiertagen haben wir dann verschiedene Aktivitäten untergenommen. Eine davon hat es mir besonders angetan: das Offroad-Quad fahren. Wir sind mit 80 Sachen durch das Outback gebrettert. Für mich, der auch ohne Führerschein mal ans Steuer durfte, war das natürlich eine große Sache.

Zum Jahreswechsel sind wir nach Melbourne geflogen. Es war schon eine tolle Erfahrung, das Neue Jahr viel zeitiger als meine Freunde in Deutschland begrüßen zu dürfen. Ich glaube, unsere Bekannten in Deutschland haben sich schon ein bisschen gewundert, als sie zehn Stunden früher als üblich unsere Neujahrsgrüße erhielten. Unser Neujahresausflug ging zu einem Picknickplatzt etwa eine Stunde außerhalb von Melbourne. Neben der Möglichkeit, selbst etwas zu essen, konnte man dort auch einheimische Vögel füttern. So konnte ich dort den ersten frei lebenden Kakadu auf meiner Schulter begrüßen, was eine echt tolle Erfahrung war.

Nach Melbourne stand Tasmanien auf dem Reiseplan. Dort hat mich vor allem die Vielfalt der Tierwelt beeindruckt: Pinguine, Wombats, Pademelons, Echidnas sind nur eine Auswahl an Tieren, die wir in freier Wildbahn beobachten konnten. Leider war ich für das vorherrschende Klima nicht so gut ausgerüstet. In der Nacht waren es nur 4 Grad und am Tag hat das Thermometer gerade so die 22 Grad überschritten. Da ich aber die heißen Temperaturen von Queensland gewöhnt war, fehlten im Gepäck die notwendigen warmen Sachen.

Das letzte große Reiseziel war Sydney. Nach der Landung wurden wir aber erstmal geschockt, als dichte Rauchschwaden den Himmel verdeckten und es überall nach Verbranntem roch. Wir hatten aber Glück, denn am nächsten Tag änderte sich das Wetter und wir konnten das berühmte Opernhaus von Sydney bewundern. Wir haben an einer Führung teilgenommen. An der Oper hat mich vor allem die architektonische Geschichte interessiert. Später sind wir dann noch durch die Innenstad geschlendert und haben die Metropole auf uns wirken lassen.

Leider war es dann schon wieder Zeit, die Heimreise anzutreten. So sind wieder Richtung Brisbane gefahren. Von dort reisten meine Eltern wieder zurück nach Deutschland und auch meine zwei Monate Ferien neigten sich dem Ende zu.

Cornelius ist von Juli 2019 bis Juni 2020 am Kelvin Grove State College, Brisbane, Queensland.

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Maja

Jeder neue Tag ist eine weitere Erfahrung für mich. Heute will ich euch einmal auf einen ganz normalen Tagesablauf unter der Woche mitnehmen. Heute, ein Donnerstag.

Der Wecker klingelt meistens gegen 7:15 Uhr, aufgestanden wird dann um 7:30. Völlig entspannt mache ich mir mein Frühstück und meinen Lunch für die Schule. Es ist wirklich sehr angenehm morgens. Erstens, weil die Sonne fast immer scheint und man da gleich mit anderer Motivation in den Tag steigt. Und zweitens, da die Schule hier erst um 8:50 beginnt, hat man nicht so viel Stress und bekommt ein wenig mehr Schlaf. Um 8:25 mache ich mich auf den Weg zur Schule. Meistens nehme ich das Fahrrad, denn das braucht nur 20 Minuten.

Majas Wochentag 2Jeden Morgen haben wir eine sogenannte ,,Homegroup“, was praktisch meine feste Klasse ist. Dort werden in zehn Minuten die Anwesenheit kontrolliert und alle wichtigen Informationen überbracht. Um 9:00 Uhr beginnt schließlich die erste Unterrichtsstunde (Period 1), für mich heute Food and Nutrition, und jeder geht von seiner Homegroup in den Kurs, den er auf dem Stundenplan stehen hat. Eine Unterrichtsstunde dauert 70 Minuten, und pro Tag belegen wir vier verschiedene Fächer. Jedes Fach hat sein eigenes Gebäude, was bedeutet, die Schule hält uns fit, weil wir um Unterrichtsstunden zu wechseln über diesen wahnsinnig großen Campus laufen müssen.

Nach der zweiten Unterrichtsstunde (Period 2), English, haben wir ,,Morning-tea“, unsere erste und 40-minütige Pause. Anschließend geht es in Period 3, in der heute Sportunterricht auf meinem Stundenplan steht. Zurzeit spielen wir Badminton. Nach Period 3 ist Lunchtime, das sind nochmal 20 Minuten Pause, bevor es in den letzten Unterricht geht (Period 4), heute Aquatics Pursuits, Surf Theorie. Nun endlich Schulschluss.

Majas Wochentag 4Nach der Schule gehe ich entweder ins Fitnessstudio, an den Strand (surfen, schwimmen) oder mit Freunden in die Shoppingmall. Dann fahre ich nach Hause und es gibt Abendessen, was ich meistens mit meiner Gastmutter zusammen zubereite. Nach dem Abendessen schau ich, ob ich etwas für die Schule zu tun hab. Wenn ja, erledige ich das und wenn nicht, gehe ich meistens noch um den See hier in meiner Wohngegend entlang.

Meistens falle ich am Abend todmüde ins Bett, denn die Sonne macht müde, aber auch glücklich.

Maja ist für drei Terms am Kawana Waters State College , Sunshine Coast, QLD

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Cornelius

Als mich meine Gastmutter mit dem Auto vom Flughafen abholte, fiel mir sofort die erste Neuheit auf. Ich wollte wie in Deutschland üblich rechts vorne einsteigen, hatte aber auf einmal ein Lenkrad vor mir. Nach einigen Sekunden realisierte ich schließlich, dass in Australien Linksverkehr herrscht. Dieser Linksverkehr verwirrt mich noch bis heute.
Als ich schließlich in meinem neuen Zuhause angekommen war, erwartete mich schon der Rest meiner Gastfamilie. Ich hatte ab sofort fünf Gastbrüder. Außerdem wurde ich von den beiden Hunden Merlin und Franky neugierig begutachtet.

Obwohl ich nach dem Flug hundemüde war, nahm mich mein Gastvater mit auf eine kleine Stadtrundfahrt. Am beeindruckendsten fand ich die Innenstadt von Brisbane. Da ich aus Dresden komme, sind mir Wolkenkratzer oder moderne Hochhäuser allgemein recht fremd. Auch die Fläche von Brisbane ist nicht mit der von Dresden zu vergleichen.

Am Samstag fing ich an mich einzurichten. Später bin ich mit Anneke, meiner Gastmutter, noch einkaufen gegangen. Ich nervte sie gefühlt tausendmal mit der Phrase: “Was, das gibt es hier in Australien auch!?“ Ich meine, hättet ihr gedacht, dass es Aldi in Australien gibt? Am selben Abend bin ich noch mit meiner neuen Familie ins Kino gegangen. Dort habe ich dann meinen ersten englischen Horrorfilm gesehen. Mein Gastbrüder haben mich anschließend noch den ganzen Abend mit meiner Schreckhaftigkeit aufgezogen.

Am Sonntag habe ich meinen zukünftigen Schulweg erkundet. Ich fahre jeden Tag eine Stunde mit dem Bus zur Schule. An der Bushaltestelle hatte ich mein erstes kleines Problem. Ich bin es gewöhnt, dass Busse an jeder Haltestelle anhalten, wenn Fahrgäste dastehen. Leider ist dies in Australien nicht der Fall. Man muss wie ein Tramper seine Hand raushalten, damit der Bus anhält. Aber da mir das nicht bewusst war, fuhr der Bus einfach durch und ich musste auf den nächsten warten. Das passiert mir nicht noch einmal, denn entgegen der gewohnten 10 bis 15 Minuten musste ich fast 40 Minuten warten.

Am Montag war es dann soweit: mein erster Schultag am Kelvin Grove State College. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Schuluniform. Also ging ich in meiner Alltagskleidung zur Schule. Alle anderen hatten natürlich eine Uniform an, so dass ich mir etwas seltsam vorkam. Ich traf dann relativ schnell die anderen Internationals. Wir bestritten zusammen das introduction program der Schule: Papierkram, Schultour, Gespräch mit dem Direktor, Schuluniform kaufen, Fächerwahl … Am nächsten Tag ging das Programm in die 2. Runde: noch mehr Papierkram, Stundenplan studieren … Am Nachmittag hatten wir dann unsere erste richtige Schulstunde in Australien. Ich hatte Sport. Natürlich war mir erstmal ein bisschen unwohl bei dem Gedanken, in eine komplett neue Klasse zu kommen. Nachdem ich aber erst mal in dem Kurs saß, war es gar nicht so schlimm.

Am Mittwoch hatte die Schule einen Ausflug für uns organisiert. Wir fuhren an die Sunshine Coast nach Noosa. Ich erlebte das erste Mal einen Strand am Pazifischen Ozean. Überall Palmen, türkis-blaues Wasser, exotische Tiere: Wale, Delfine, Schildkröten und wundervolles Wetter. Leider durften wir aufgrund von bestimmten Regeln nicht selbst ins Wasser gehen. Am Donnerstag fing dann der Schulalltag richtig an.

Das Schulsystem in Australien ist in vielen Aspekten sehr verschieden zu dem in Deutschland. Man wählt aus einer Palette verschiedener Fächer sechs aus, wobei Mathe und English gesetzt sind. Ich wählte Visual Arts (Kunst), Media Arts (Kunst mit neuen Medien, z.B. Kurzfilme), PE (Physical Education = Sport) und Science in Practice (experimentelle Naturwissenschaft). Zusätzlich gibt es noch „My personal best“, was als eine Art Berufsvorbereitung zu sehen ist.

Die Benotung von Leistungen ist auch anders als in Deutschland. Bewertet werden nur Assignments, welche großen Hausarbeiten oder Projekten entsprechen, und Exams, welche Klassenarbeiten oder sogar schon Abiturprüfungen ähneln. Ein weiterer großer Unterschied zu deutschen Schulen ist die digitale Infrastruktur. Jeder an der Schule benutzt ein Laptop zum Lernen. In der ganzen Schule ist W-LAN verfügbar, und Aufgaben werden über Daymap (Schulsoftware) für jeden Schüler individuell bereitgestellt. Am überraschtesten war ich aber, als ich den Raum für Media Arts betrat: überall auf den Schultischen waren die neusten Mac-PCs aufgebaut. Des Weiteren war die Software wie Photoshop für jeden Schüler frei verfügbar. Zwar ist die neueste und beste Technik sehr verlockend und gut, jedoch ohne Einweisung schwer zu beherrschen. Ich war in der ersten Woche Stammkunde beim Techniksupport. Dieser Punkt sollte unbedingt noch in das Introduction program aufgenommen werden. Jetzt funktioniert aber fast alles.

Cornelius ist von Juli 2019 bis Juni 2020 am Kelvin Grove State College, Brisbane, Queensland.

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Maja

Australien gibt einem wirklich ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Jeder Tag fängt bei mir mit Sonnenstrahlen im Gesicht an, da steht man doch gleich viel leichter auf. Sobald ich das Haus verlasse, spüre ich das angenehme Klima an meiner Haut. Obwohl zur Zeit Winter ist, ist es sehr angenehm.

Nun ist der August, mein erster voller Monat, schon zu Ende und war wirklich sehr aufregend. Ich habe mich schon komplett an das australische Leben gewöhnt und kann es mir nur noch schwach vorstellen, wie mein Leben in Deutschland ist. Ich kenne mich inzwischen in meiner Umgebung sehr gut aus, ich fahre überall mit dem Fahrrad hin, und dadurch, dass ich mich in den ersten Wochen öfters mal verirrt habe, kenne ich mich jetzt um so besser aus.

Das Schulleben in Australien macht mir sogar richtig Spaß. Die Schüler hier sind keinem so großen Druck ausgesetzt und haben wirklich ein tolles Verhältnis zu ihren Lehrern. Im Vergleich zu dem deutschen Schulsystem lernen die Kinder hier wirklich Dinge, die sie interessieren und die sie in ihrem späteren Beruf weiterbringen.

Mein absolutes Lieblingsfach ist Aquatics Pursuits, was für uns bedeutet: Surfunterricht. Es ist wirklich unglaublich, dass das wirklich ein Schulfach ist. Ich erlebe so viel in diesem Fach und fühle mich, als würde ich der australischen Kultur dadurch immer näherkommen. Alle Menschen hier sind so kontaktfreudig und offen. Wenn ich zum Beispiel joggen gehe, werde ich von fast jeder Person gegrüßt und angelächelt, das gibt einem wirklich ein gutes Gefühl.

Meine Gastfamilie ist mir inzwischen schon ans Herz gewachsen und hat mir schon ein paar Orte gezeigt wie bspw. den Noosa National Park, welcher umwerfend schön ist. Ich habe nun auch meinen festen Freundeskreis gefunden, vier italienische Mädchen und eine Gruppe Australier. Wie ich am Anfang schon erwähnt hatte, ist das Klima angenehm im Winter hier, es hat in den ganzen acht Wochen nur zwei Mal geregnet, und selbst dann war es noch schön. Das Meer ist noch ein wenig frisch, aber man kann auf jeden Fall schon rein gehen.

Nun freue ich mich auf eine weitere mega tolle Zeit und auf das heiße Wetter, das in den nächsten Monaten ansteht.

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Maximilian

30 Tage liegen jetzt schon hinter mir, es waren die wahrscheinlich aufregendsten seit langem. Es ist wirklich unglaublich, wie gut ich mich hier nach nur 30 Tagen eingelebt habe. Ich habe mich so langsam an den australischen Alltag gewöhnt, bin in der Schule angekommen und auch das Englisch sprechen wird immer flüssiger. Wie gesagt, ich hätte nie gedacht, dass sich dieses so ferne Australien schon nach einem Monat so nah anfühlen kann. Es ist wirklich schön, jetzt auf meine ersten dreißig Tage zurück zu blicken, denn langweilig war es nie.

Angefangen hat alles mit meiner Ankunft bei meiner Gastfamilie vor einem Monat. Dieser eine Moment, in dem man auf einmal das Haus, die Gastfamilie und die Landschaft sieht, war für mich der aufregendste meiner bisherigen Reise. Denn auf das erste Treffen kann man sich einfach nicht richtig vorbereiten. Noch schwieriger wird das ganze, wenn man zuvor einen 24 Stunden Flug-Tag hinter sich hat. Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwarten würde, wie meine Gastgeschenke ankommen oder wie der erste Eindruck von mir ist. Doch ich wurde positiv überrascht. Heute kann ich sagen, ich bin sehr zufrieden mit meiner Gastfamilie.

Ich habe eine freundliche Gastmutter, die jeden Tag meistens frisch, aber immer gut und gesund kocht. Damit hat sie auf jeden Fall eine meiner Befürchtungen ausgeräumt, nämlich ungesunde fettige Fleischmassen mit Käseüberzug. Doch das findet man hier wirklich sehr selten. Zwar lieben die Australier ihr Nationalgericht BBQ, grillen aber nicht jeden Tag. Viel mehr ist meine Gastfamilie auch daran interessiert, was wir in anderen Ländern gerne essen. Sowohl ich als auch mein italienischer Gastbruder sollten jeweils ein Gericht aus unseren Heimatländern kochen. Für mich war das eigentlich kein Problem, da ich schon in Deutschland geübt hatte Käsespätzle zu kochen.

Es war wirklich eine sehr gute Idee, bei den Gastgeschenken nicht nur auf materielle Dinge zu setzen. Denn wenn ich ehrlich bin: das deutsche Kochbuch auf Englisch, das ich geschenkt habe, wartet noch auf seinen ersten Einsatz. Dafür wird aber die Kochschürze mit Blumenmustern gerne genutzt und auch die Schokolade kam gut an. Am besten kamen aber meine selbst gekochten Käsespätzle an. Ich kann es deshalb auch nur empfehlen, zum Beispiel ein deutsches Gericht kochen zu lernen. Denn am Ende steht ein toller Abend mit der Gastfamilie, der zumindest bei mir dazu geführt hat, dass meine Gastfamilie nicht nur zu Käsespätzle-Fans geworden ist, sondern wir uns auch besser kennengelernt haben. Auch mein italienischer Gastbruder schaffte es, mit seinen Spaghetti Carbonara für einen kulinarischen Austausch zu sorgen.

In den nächsten Tagen haben wir uns dann mit unserer neuen Heimat Noosa vertraut gemacht. Wir haben eine lange Wanderung durch den Noosa National Park gemacht, dabei leider keinen Koala gesehen, dafür aber viele hier heimische Brush-Turkey, und viele Fotos von der sehenswerten Natur Noosas gemacht. Am Abend sind wir dann noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, um uns den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Meer anzusehen.

Nach unserem ersten Wochenende in Australien hat dann auch schon die Schule an der Sunshine Beach State High School  angefangen. Eine sehr große Schule, auf deren Gelände man sich einfach verlaufen kann. An unserem ersten Schultag wurden wir aber ganz herzlich als Internationals von der Schulleitung begrüßt, und zum besseren Kennenlernen hatte die Schule ein Buffet mit Wraps, Burgern und vielem mehr vorbereitet. Um uns nicht zu verlaufen haben wir dann auch alle einen Plan von der Schule bekommen. Ich habe mich mit den anderen Internationals über die Gastfamilie, das erste Wochenende oder Pläne für den Aufenthalt in Australien ausgetauscht. Der Kontakt zu den anderen Internationals, unter denen viele verschiedene Nationen vertreten sind, war nicht schwer.

Danach stand das Wählen der Fächer an, ich wusste zwar schon, was ich wählen wollte, am Ende musste ich mich aufgrund sich überschneidender Fächerblöcke aber ein bisschen spontan entscheiden. Nach einem Monat kann ich aber sagen, dass ich mit meiner Fächerwahl sehr zufrieden bin. Es gibt ein vielseitiges Fächerangebot, bei dem jeder nach seinen Interessen etwas findet, das er in seinem Heimatland vielleicht nicht machen kann.

Insgesamt waren meine ersten Tage in Australien aufregend und eindrucksvoll und auf jeden Fall sehr schön. Es macht Spaß hier zu sein, und das liegt für mich vor allem an zwei Dingen: es ist wirklich toll, egal wen man in Australien trifft, egal wo man ist, die Menschen sind immer freundlich und gut gelaunt. Auch das Wetter ist so gut, dass ich sowohl meine langen Hosen als auch meine Regenjacke noch nicht gebraucht habe. Abschließend kann ich auf jeden Fall sagen, dass sich der erste Monat in Australien gelohnt hat, und dass ich mich auf weitere elf Monate hier freue.

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LillyMein großes Abenteuer startete am 10.07.2019 zu Hause in Krefeld, wo ich mich von all meinen Freunden verabschiedet habe. Dann ging es weiter nach Koblenz, wo ich meinen Großeltern tschüss gesagt habe. Danach fuhren wir weiter zum Flughafen nach Frankfurt. Meine Tante kam auch noch dazu, um sich von mir zu verabschieden.

Mit ein paar Tränen, vielen Erinnerungen und einer großen Gruppe aufgeregter Jugendlichen stieg ich dann endlich in den Flieger. Ich war sehr aufgeregt, aber konnte das alles auch noch nicht wirklich glauben, da es immer so weit weg schien. Und jetzt auf einmal war der Tag gekommen, wo es los ging.

Nach ungefähr zwei Tagen fliegen kamen wir am Freitag morgen in Brisbane an. Ich bin schon oft und auch lange geflogen, aber dieser Flug war doch nochmal anders. Als wir ankamen, waren alle müde und aufgeregt zugleich, da man jetzt zu seiner Gastfamilie gefahren wurde. Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt erreichte unser Auto eine kleine Straße an der Sunshine Coast in der Stadt Caloundra, fuhr hinein, wendete und hielt an. Ich stieg aus dem Auto raus, wollte meinen Koffer rausheben, aber da kam mir schon ein älterer Mann zu Hilfe, welcher offensichtlich direkt gegenüber wohnt. Es stellte sich heraus, dass er mein Gastvater war.

Nachdem wir uns begrüßt hatten, zeigte er mir das Haus und mein Zimmer. Ich packte meinen Koffer aus und danach ging ich zum Strand. Ich war immer noch so überwältigt von all den neuen Eindrücken, dass ich gar nicht an Heimweh denken konnte. Doch am nächsten Tag fing ich an zu realisieren, dass ich jetzt hier in Australien für eine längere Zeit bin und nicht zu Hause. Ich hatte dolles Heimweh in den ersten paar Tagen und habe immer noch Heimweh, aber als ich dann am Montag in die Schule ging, wurde es schon besser, da ich total abgelenkt war.

Die Schule ist ganz anders im Vergleich zu der in Deutschland. Die Lehrer sind viel entspannter und auch der Unterricht an sich ist einfacher als zu Hause. In der Schule habe ich zwei sehr nette Mädchen aus Chile kennengelernt, mit denen ich mich nach der Schule treffe, um an den Strand zu gehen.

Generell wird uns viel zur Verfügung gestellt, was wir in der Freizeit oder an Ausflügen machen wollen. Zum Beispiel werde ich ab nächsten Sonntag jede Woche am Surfunterricht teilnehmen. Außerdem können wir auch an einem Tag einen Ausflug zu Fraser Island machen, welches ein bekanntest Reiseziel für Australien ist. Dies wird uns von der Schule angeboten und steht allen Internationals, heißt allen Schülern/-innen zur Verfügung, die aus anderen Ländern kommen. Man lernt somit viel mehr Menschen aus ferneren Ländern oder Kontinenten kennen, mit denen man dann lange und gute Freundschaften schließen kann.

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