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Cornelius

Zu Hause in Deutschland spiele ich intensiv Unihockey in einem Verein und das wollte ich auch in Australien nicht ändern. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, was Unihockey oder neuerdings Floorball ist? Einfach erklärt ist es die Sommerversion von Eishockey. Man spielt es in Sporthallen auf einem Feld, das der Größe eines Handballfeldes entspricht und mit einer Bande eingefasst ist. Im Spiel wird ein kleiner Plastikball mit 26 Löchern durch Carbonschläger bewegt. Eine Mannschaft besteht aus fünf Feldspielern und einem Goalie. Es ist ein sehr schnelles Spiel, bei dem man sehr viel und schnell laufen muss. Deshalb wechseln die Feldspieler häufig mit den Reservisten auf der Bank am Spielfeldrand.

Cornelius 4Bevor ich nach Australien geflogen bin, habe ich mich erkundigt, ob es auch einen Floorball-Club in Brisbane gibt. Glücklicherweise bin ich mit den Story Bridge Devils fündig geworden. Meinem jetzigen neuen Coach und Clubleiter hatte ich noch vor meiner Abreise nach Australien eine E-Mail geschrieben und wurde zu einem Schüffel-Training eingeladen.

Ich habe mich sehr schnell mit meinen neuen Mitspielern angefreundet. Trotz oder wegen eines teilweise zehnjährigen Altersunterschieds waren alle nett zu mir. Interessant war, dass der überwiegende Teil der Trainingspartner auch aus Europa kam. Vertreten waren Spieler aus den Hochburgen des Floorballs wie Schweden, Finnland und der Schweiz, aber auch aus Kanada. Ein bisschen schade für mich persönlich war, dass keiner Deutsch sprechen konnte, was aber um so mehr meinen Englischkenntnissen half.

Im Kontrast zu meinem vorherigen deutschen Trainingsprogramm, in dem ich viermal die Woche trainiert habe und am Wochenende Ligaspiele hatte, war es in Australien wesentlich entspannter. Es gab nur einen wöchentlichen Trainingstermin am Samstag. Allgemein war die Atmosphäre, vielleicht durch den höheren Altersdurchschnitt, viel entspannter und spaßiger als in Deutschland, was anfänglich sehr angenehm war. Nach einer Weile habe ich mich aber durchaus wieder nach einem leistungsorientierteren Training gesehnt. Etwas unglücklich war außerdem, dass das Training ausgerechnet am Sonnabend stattfand. So wurde einer der freien Wochenendtage blockiert und ich konnte nie etwas mit meinen Freunden unternehmen.

Insgesamt war mir ein einmaliges Training für zwei Stunden pro Woche zu wenig. Also habe ich mich entschlossen, meinem Trainer unter die Arme zu greifen und die „Juniors“ (Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren) mittrainiert. Anfängliche Kommunikationsproblemen lösten sich mit der Zeit auf und es gelang mir von Mal zu Mal besser, die kleinen Floorballer gezielt durch die Halle zu scheuchen. Ich glaube, dass letztlich alle Spaß an der gemeinsamen Trainingszeit hatten.

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Cornelius in der Mitte

Aufgrund der Größe von Australien waren reguläre Punktspiele gegen andere Vereine für uns undenkbar. Deswegen habe ich mich um so mehr auf mein erstes Turnier in Australien gefreut. Im Dezember sind wir als Verein lange zehn Stunden mit dem Auto nach Sydney gefahren, um an den Northern Beaches Open teilzunehmen. Das ist das zweitgrößte Floorballturnier in Australien. In diesem Turnier ging es für mich nur um Spaß und darum, ein paar australische Floorballspieler zu treffen. Nahezu der Höhepunkt des Events war für mich, ein Foto mit zwei australischen Starspielern zu ergattern. Trotz unserer nicht ganz so professionellen Trainingsmethoden haben wir einen guten 3. Platz erkämpft. Insgesamt waren ganze sechs Mannschaften ins Rennen gegangen.

Es war auch noch ein Turnier im April geplant, das aber leider wegen dem Corona-Virus abgesagt werden musste.

Cornelius ist von Juli 2019 bis Juni 2020 am Kelvin Grove State College, Brisbane, Queensland.

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