Maximilian… etwa 15.000 Kilometer von zuhause entfernt. So richtig kann ich das jetzt an meinem zweiten Tag in Noosa noch nicht glauben. Es wirkt alles so unwirklich. Ich habe es, glaube ich, immer noch nicht realisiert, dass ich hier für ein ganzes Jahr bleiben werde. Auch an meinen letzten Tagen in Deutschland war ich nie wirklich aufgeregt, es ist immer ein Gefühl wie kurz vor dem Urlaub gewesen.

Trotzdem waren diese letzten Tage in Deutschland etwas stressig. Ich habe mich wirklich angestrengt nichts zu vergessen, und es gab wirklich viele Dinge, die ich hätte vergessen können. Deshalb habe ich mir fast jeden Tag eine „To-do Liste“ geschrieben mit Dingen, die ich noch erledigen muss. Da standen dann oft Sachen drauf, die ich unbedingt noch kaufen musste oder die ich noch ausdrucken oder ausfüllen musste. Es ist nur zu empfehlen, sich einen guten Plan für die Organisation des Auslandsjahres zu machen, weil sonst droht man vom vielen Papierkram erschlagen zu werden. Ich glaube, ich kann es gerade meiner guten Planung und meinen Eltern verdanken, dass mir bis jetzt an meinem zweiten Tag in Noosa noch nichts aufgefallen ist, was ich vergessen habe. Zu all diesen wichtigen Unterlagen und dem Koffer kommen auch noch sehr viele Verabschiedungen und letzte Treffen, für die man sich am besten im Voraus viel Zeit einplant.

Ich selbst hatte doch relativ wenig Zeit zum Packen und Verabschieden, denn erst am 3. Juli haben wir in der Schule Ferien bekommen und schon am 10. Juli sind wir als Gruppe in Frankfurt losgeflogen. Ich fand es deshalb auch etwas schade, dass meine Lehrer so sauer reagiert haben, als ich mir den ein oder anderen Tag in den letzten zwei Wochen vor den Ferien frei genommen habe (natürlich krankheitsbedingt). Zumindest verpasst habe ich nichts. An den meisten dieser Tage hatten die Lehrer nämlich selbst keine Lust auf Unterricht und haben lieber den Filmwagen ins Klassenzimmer geschoben, als sich selbst noch einmal vor die Klasse zu stellen.

Zum Glück war die Schule dann aber endlich vorbei und ich hatte meine Abschiedsparty. Drei meiner Freunde, die die Schule nach der 10. Klasse wechseln werden, und ich haben zusammen unseren Abschied auf dem Grillplatz meines Dorfes gefeiert. Es war eine großartige Party und eines der letzten Male Alkohol vor Australien. Am Tag darauf haben zwei weitere Freundinnen aus meiner Klasse ihren Abschied vor ihrem Auslandsjahr gefeiert, doch ihre Feier übertraf unsere in ganzer Linie. Mit fast 80 eingeladenen Personen haben wir bis spät in die Nacht am Lagerfeuer gesessen. An meinen letzten Tagen hat sich dann auch meine Familie beim gemeinsamen Grillen und Kaffeetrinken verabschiedet, bis es dann am 10. Juli mit dem Zug nach Frankfurt zum Flughafen ging.

Das Aufeinandertreffen mit den anderen Austauschschülern war dann schon der aufregendste Moment der letzten Tage. Wir alle hatten uns noch nie vorher getroffen und es dauerte ein bisschen, bis die ersten sich trauten, ein Gespräch zu beginnen. Doch bei unserer Ankunft in Australien hatten die meisten schon neue Freunde gefunden, mit denen sie in Australien in Kontakt bleiben wollten. Auch der eigentliche Flug war für die meisten kein Problem. Das Entertainment Programm sowie das Essen waren sehr gut. Ich kann es nur empfehlen, einen Platz am Gang zu buchen, um immer die Möglichkeit zu haben, mal kurz aufzustehen und sich die Beine zu vertreten. Trotzdem sind die Stunden nicht wie im Flug vergangen. Für mich zum Beispiel war auf beiden Flügen Schlafen ein Problem, und ich bin deshalb auch unfassbar müde in Brisbane gelandet. Doch das alles hat meine Vorfreude endlich anzukommen nur erhöht, und ich bin sehr glücklich, bei meiner Gastfamilie angekommen zu sein. Ich hoffe euch hat das Lesen gefallen …

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