Bei Taylor Swift im Melbourne Cricket Ground

Johanna ist von Januar bis Juli 2024 am Elwood College in Melbourne

Johanna
Johanna
Blick vom Skydeck auf Melbourne
Melbourne von oben
Shopping in Melbourne mit Carol und Leela
Shopping mit den Gastschwestern

Eine Wominjeka Heilungs-Zermonie am Nationalfeiertag, die Aussichtsplattform auf dem Skydeck, Grafitti-Straßenkunst und ein Picknick neben dem Melbourne Cricket Ground, wo gerade Taylor Swift ein Konzert singt – das ist nur ein Bruchteil von dem, was ich bisher in Australien erlebt habe. Es ist krass, was in drei Wochen alles passiert ist.

Aber ich fange von vorne an. Ich stelle mich erst einmal vor. Hey, ich bin Johanna, 16 Jahre alt – meine Freundinnen und Freunde nennen mich Jojo. Mit mulmigem Gefühl bin ich am 24.01.2024 in das Flugzeug in München gestiegen, um ganz allein die rund 16.000 km nach Melbourne zu fliegen. Der Umstieg in Singapur war ganz einfach, obwohl ich das Terminal wechseln musste und von Mitternacht bis 4:00 Uhr morgens (meiner „alten“ Zeit) auf den Anschlussflug nach Melbourne warten musste. Trotz des langen Flugs war ich erstaunlicherweise gar nicht müde, als mich Gabby von meiner Schule vom Flughafen abholte, um mich zu meiner Gastfamilie zu begleiten. Wie alle an der Schule, war sie sehr nett und hat mir meine erste Aufregung genommen.

Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter, einem 5-jährigen Gastbruder und zwei Gastschwestern aus Deutschland und aus Brasilien, die beinahe gleichzeitig mit mir angekommen sind. An meinem ersten Tag – noch etwas angeschlagen vom Jetlag – nahm uns unsere Gastmutter gleich mit zu einer Feier der Wominjeka, der Nachfahren der ursprünglichen Bewohnerinnen und Bewohner der Gegend von Melbourne, auf der viel gesungen und getanzt wurde.

An unserem ersten Wochenende in Melbourne versuchten meine Gastschwestern, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand, und ich, uns mit dem Nötigsten auszustatten: schwarze Lederschuhe für die Schuluniform, eine australische SIM-Card für unsere Handys und die myki-card, mit der wir in Melbourne mit Zügen, Trambahnen und Bussen überall hinkommen.

Am ersten Schultag, dem Orientation Day, wurden wir erst einmal im Elwood College, meiner Schule, herumgeführt. Mein erster Eindruck war gleich, dass die Lehrerinnen und Lehrer sehr offen und freundlich sind. Ein Lehrer hat in der ersten Unterrichtsstunde seine Familie und sich, sein Zuhause und seine Haustiere in einer Power-Point-Präsentation vorgestellt. Außerdem gibt es sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um die verschiedensten Dinge an der Schule kümmern (IT für Laptops der Schülerinnen und Schüler, Fragen der Internationals, Schulbücher, Organisation der Spinde, wo wir unsere Sachen lassen können, u.s.w.). Die Schuluniform gefiel mir von Anfang an: Die meisten tragen graue (kurze) Hosen oder kurze blaue Röcke und weiße Blusen oder Hemden. Sogar für den Sportunterricht gibt es eine eigene Uniform. Meine Fächer sind Food Studies, wo wir auch einmal in der Woche in einer großen Schulküche mit mehreren Kochinseln selbst kochen, Physical Education (eher Sporttheorie, nur einmal im Monat machen wir auch selbst Sport), Geography, Kunst, Englisch und Mathe. Der Schulhof ist sehr schön groß und die Klassenzimmer wirken insgesamt viel offener, weil nicht jedes Klassenzimmer ein richtig abgeschlossener Raum ist. Das Elwood College liegt nur 10 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Wir treffen uns regelmäßig am Strand, um uns dort zu sonnen oder bei einem Picknick dem Sonnenuntergang zuzusehen.

Die Stadt ist toll. In der ersten Schulwoche hat die Schule für die Internationals einen Ausflug nach Melbourne Downtown organisiert. Wir sind den Melbourne Skydeck, die höchste Aussichtsplattform der südlichen Erdhalbkugel, hochgefahren und konnten uns die Stadt aus 300 Meter Höhe von oben ansehen. Unten in den Straßen wurden wir dann zu besonderen Graffiti-Kunstwerken geführt, die es überall in Melbourne gibt.

In Deutschland spiele ich sehr viel (Feld-) Hockey, deshalb wollte ich unbedingt auch in Australien Hockey spielen. Schon in Deutschland habe ich zwei Vereine per E-Mail angeschrieben, die auch beide sehr offen reagiert haben. Sie schrieben, ich soll mich melden, wenn ich in Melbourne angekommen bin. Außerdem haben sie mich gleich zu einem Probetraining eingeladen. Als ich dann das erste Mal zu einem Probetraining der Seniors (Damen) kam, war ich erstaunt über die Anlage, auf der trainiert wird: eine Tribüne, mehrere sehr gute Plätze und eine klasse Ausstattung. Ich wurde von Anfang an in das Team integriert. In Zukunft werde ich, wenn die Saison beginnt, auch mit den Juniors (unter 18) und mit den Damen trainieren dürfen.

Leider habe ich in der zweiten Woche meines Aufenthalts starke Halsschmerzen bekommen und musste eine Woche zuhause im Bett bleiben. Eine Mitarbeiterin der Schule, die International School Coordinator, ist mit mir zusammen in eine Arztpraxis gegangen und mit einem Medikament ging es mir schon nach zwei Tagen besser. So habe ich sogar schon Erfahrung mit dem australischen Gesundheitssystem gesammelt.

In meiner Freizeit treffe ich mich mit Freundinnen und Freunden. Wir haben sogar das Konzert von Taylor Swift im Melbourne Cricket Ground besucht, allerdings haben wir nur von dem nahe gelegenen Park zugehört. Eine Freundin hat dort ihren Geburtstag gefeiert. An das Stadtviertel Elwood, wo meine Schule liegt, schließt sich das Viertel St. Kilda an, berühmt für sein Musikfestival St. Kilda Festival. Da mussten wir natürlich auch dabei sein. Es waren wahnsinnig viele Leute auf den Straßen und am Strand. Es wurde auf mehreren Bühnen sehr gute Live-Musik gespielt und viele Leute haben dazu getanzt oder auch einfach nur von der Ferne zugehört und dabei am Strand gesessen. Außerdem konnte man sich dort bei einer großen Auswahl an Food-Spots etwas zu Essen holen.

Viele Grüße, Johanna

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