Nora hat zusätzlich zu ihren drei Berichten ein schönes Video gemacht, in dem sie erzählt, was ein Auslandsjahr wirklich mit einem macht.
Und schon ist es vorbei.
Neun Monate, die wie im Flug vergangen sind und gleichzeitig voller unzähliger Erinnerungen stecken. Wenn ich daran zurückdenke, wie es war, mein Auslandsjahr vorzubereiten – all die Unterlagen auszufüllen, Abschied zu nehmen und mit dieser Ungewissheit zu starten, was mich erwarten würde – kann ich heute nur sagen: Es war genau die richtige Entscheidung. Ich bin ins Ausland gegangen, um aus meinem gewohnten Alltag rauszukommen und etwas Neues zu erleben. Rückblickend war es genau das und gleichzeitig so viel mehr.
Ich habe Freundschaften geschlossen, die hoffentlich noch lange bestehen bleiben. Menschen aus Australien und der ganzen Welt kennenzulernen, ist ein unglaublich schönes Gefühl. Gleichzeitig habe ich mich selbst weiterentwickelt. Die Herausforderungen, die ich in dieser Zeit meistern musste, haben mich stärker gemacht. Ich konnte viele neue Dinge ausprobieren und hatte die Möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen.
Die letzten vier Monate waren noch einmal ganz anders als der Beginn meines Aufenthalts. Während ich anfangs versucht habe, so viel wie möglich zu erkunden und von meiner Bucket List abzuarbeiten, wurde es gegen Ende etwas ruhiger. Viele Wochenenden habe ich mit meinen Freunden am Strand verbracht, wir sind in unser Lieblingscafé gegangen und haben einfach die gemeinsame Zeit genossen. Routinen haben sich gefestigt und ich habe mich immer mehr wie zu Hause gefühlt. Freundschaften sind vertrauter geworden oder sogar erst richtig entstanden.
Ein Highlight war der Besuch meiner Eltern in den Sommerferien. Gemeinsam sind wir durch Australien gereist, was mir die Möglichkeit gegeben hat, das Land noch besser kennenzulernen. Australien hat so viele wunderschöne und einzigartige Orte zu bieten, dass ich immer wieder beeindruckt war. Der Abschied fiel mir nicht leicht, doch gleichzeitig wusste ich, dass noch drei ereignisreiche Monate vor mir liegen.
Auch diese Zeit war geprägt von vielen schönen Erlebnissen. Dazu zählen zum Beispiel die Wochenendausflüge mit meiner Gastfamilie oder den Gastfamilien meiner Freunde. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeiten, weil ich sonst viele Orte nicht hätte sehen können. Ein besonders lustiger Tag war der Besuch des Big Kart Track, der größten Go-Kart-Strecke Australiens an der Sunshine Coast. Sich dort mit Freunden zu messen, hat großen Spaß gemacht.
Außerdem begann ich, gemeinsam mit einer Freundin einmal pro Woche für ihre Gastfamilie zu kochen. Das war nicht nur eine schöne Abwechslung, sondern auch eine tolle Gelegenheit, deutsche Gerichte vorzustellen. Wir kochten beispielsweise Rotkohl mit Bratkartoffeln oder Kartoffelpuffer, was bei allen sehr gut ankam.
Ein weiteres großes Highlight meines Auslandsjahres war der „Formal“, die Abschlussfeier der Zwölftklässler, die sich in ihrem letzten Schuljahr befinden. An meiner Schule findet sie bereits zu Beginn des Jahres statt, sodass anschließend der Fokus stärker auf den Prüfungen liegt. Schon Wochen vorher war die Vorfreude spürbar. Alle haben sich schick gemacht, es wurden Fotos aufgenommen, es gab ein gemeinsames Abendessen und natürlich viel Musik und Tanz. Es war ein wirklich schöner Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Unvergesslich bleibt auch der Ausflug nach Tangalooma, der von der Schule für die internationalen Schüler organisiert wurde. Die Insel gehört zu den größten Sandinseln der Welt und bietet zahlreiche Aktivitäten. Wir konnten Quad fahren, Delfine füttern, schnorcheln und Sanddünen hinunterrennen. Obwohl es viel geregnet hat, hat jeder das Beste daraus gemacht, was die Zeit auf eine besondere Weise geprägt hat.
Ein spannender Bestandteil des australischen Schullebens sind die Sportwettbewerbe. Ich hatte die Möglichkeit, den Schwimmkarneval mitzuerleben. Die Schule ist in vier Teams aufgeteilt, die durch schulische Leistungen, Engagement und die Teilnahme an Wettbewerben Punkte sammeln. Neben Schwimmen gibt es auch Cross-Country und Leichtathletik. Dabei kleidet sich jeder in den Farben seines Teams, was für eine tolle Atmosphäre sorgt.
Die letzten Wochen waren vor allem von Abschieden geprägt. Ich musste mich sowohl von meinem Schwimmteam verabschieden, mit dem ich in dieser Zeit trainieren durfte und von dem ich eine Menge gelernt habe, als auch von meinen Freunden, mit denen ich so viele unvergessliche Momente geteilt habe. In dieser vergleichsweisen kurzen Zeit habe ich so viele tolle Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die mir unglaublich viel bedeuten.
Auch die Umgebung zu verlassen, fiel mir nicht leicht. Den Strand so nah zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Er bietet unzählige Möglichkeiten, aktiv zu sein. Ich habe sogar angefangen, das Joggen für mich zu entdecken. Es gibt so schöne Wege direkt am Meer, denen man kilometerweit folgen kann. Auch Tennis, Surfen oder einfach mit dem Fahrrad unterwegs sein sind Dinge, die ich hier wirklich zu schätzen gelernt habe. Dieser aktive Lebensstil ist etwas, das ich sehr vermissen werde.
Meine letzten Tage verbrachte ich bei der Gastfamilie einer Freundin, da meine eigene Gastfamilie verreist war. Dort wurde ich unglaublich herzlich aufgenommen. Wir haben viel zusammen unternommen, gemeinsam gekocht und meine letzten Tage bewusst genossen. An meinem letzten Abend haben wir ein Picknick am Strand gemacht und gemeinsam den Sonnenuntergang angeschaut. Es war der perfekte Abschluss.
Dann kam auch schon der Moment der Abreise. Mit zwei gepackten Koffern ging es für mich zurück nach Hause. Im Flugzeug hatte ich Zeit, durch all die Fotos zu schauen und mich an die einzigartigen Momente zu erinnern. Caloundra ist für mich zu einem zweiten Zuhause geworden. Ich kann es kaum erwarten, eines Tages zurückzukommen.
Wenn ich zukünftigen Austauschschülern einen Tipp geben darf, dann diesen: Es ist immer das, was man selbst daraus macht. Schreibt euch eine Bucket List, sammelt Ideen und setzt sie um. Wartet nicht darauf, dass andere etwas planen, sondern nehmt es selbst in die Hand. Es gibt so viele Möglichkeiten, und am Ende sind es die Erlebnisse, die man sich selbst geschaffen hat, die am meisten zählen.
Dieses Auslandsjahr hat mich geprägt und wird immer ein Teil von mir bleiben.































