Perth. Die wohl abgelegenste größere Stadt in Australien. Und viel zu wenige Menschen wissen, wie schön sie eigentlich ist. Deswegen möchte ich euch einen Einblick in mein Leben hier als internationale Schülerin geben.
Also: Hey, mein Name ist Emilia, ich bin 16 Jahre alt und verbringe im Moment ein halbes Jahr am anderen Ende der Welt. Daheim bin ich eigentlich in der 10. Klasse, hier gehe ich in die 11., während ich bei einer sehr netten Dame als Host-Mutter lebe und mir mein Zuhause mit zwei weiteren internationalen Schülerinnen teile.
Wie ich erfahren habe, bin ich eine von sehr wenigen, die sich Perth als Zielort ausgesucht haben. Um so wichtiger finde ich, dass mehr Leute von diesem wunderschönen Fleck Erde mitbekommen. Mir gefällt es nämlich unfassbar gut hier.
Ich bin Ende Januar angekommen, eine Woche vor Schulstart, und habe schon so einiges erlebt. Ich wohne mitten in der Stadt und lege täglich einen einstündigen Schulweg im Bus zurück, was aber gar nicht so schlimm ist, weil besagter Weg durch das Stadtzentrum, über den Swan River und durch South Perth furchtbar schön ist. Natürlich gewöhnt man sich – meiner Meinung nach leider viel zu schnell – an den in der Morgensonne glitzernden Fluss oder die riesigen Wolkenkratzer, aber solche Anblicke sind doch irgendwie etwas ganz Besonderes.
Mein Schultag am Como Secondary College beginnt um 8:45 Uhr und geht bis 15:15, bis auf Freitage, da endet der Unterricht schon um 13:30 Uhr. Die Schulzeiten sind jedoch sehr unterschiedlich, das kommt auf die Schule an.
Da bei mir sowohl hier vor Ort als auch daheim die Noten keine Rolle spielen, solange ich hier bin, hatte ich freie Wahl bei den Fächern und das habe ich natürlich ausgenutzt. Ich habe mich für die vier Wahlfächer Kunst, IT, Tanz und Kochen entschieden, und muss Englisch und Mathe als Pflichtfach nehmen, da gibt es aber verschiedene Optionen was die Schwierigkeit angeht. Da hier die 11. Klasse in den Abschluss zählt, sind die sogenannten ATAR (Abschluss) Fächer schwerer als die generellen Fächer. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass diese wohl eher an die deutschen Lern-Standards kommen. Ich bin hier im Mathe ATAR Kurs, da der allgemeine Kurs doch sehr simple Themen hatte. Im Allgemeinen ist mein Schulalltag aber relativ entspannt, denn Anforderungen und Druck sind hier deutlich leichter zu tragen und es wird sich eher auf das selbstständige Lernen konzentriert.
Durch die Schule habe ich auch schnell Anschluss gefunden, genauso wie gute Freunde. Mein Freundeskreis ist ziemlich international; ich habe Freunde aus Bhutan, China, Vietnam, den Philippinen und Brasilien, genauso wie ein paar Aussies, und wir tauschen uns gerne über unsere Kulturen aus, dementsprechend lerne ich sehr viel dazu.
Erlebt habe ich in den ersten zwei Monaten schon so einiges. Ich habe den (Spät)Sommer mit Strandbesuchen und der Entdeckung wunderschöner Stadtteile verbracht, meine Favoriten sind dabei bis jetzt Subiaco und Fremantle, genauso wie Leederville, das nur einen Katzensprung von meinem Zuhause entfernt ist. Da ich eher vom Land komme, ist eine Großstadt wie Perth doch eher neu für mich und ich schöpfe die Möglichkeiten, die sie bietet, so gut es geht aus. Zu meinem riesengroßen Glück habe ich hier vor Ort Familienfreunde, die mich schon auf den ein oder anderen Ausflug mitgenommen haben und mir ermöglichen, auch ein bisschen was ausserhalb von Perth zu sehen. Dadurch habe ich auch schon die wunderschöne westaustralische Natur genossen.
In den gerade zu Ende gegangenen Osterferien durfte ich mit besagten Freunden über Ostern in den Süden, genauer gesagt nach Quindalup, und das war eines meiner Lieblings-Erlebnisse, wenn nicht eigentlich ganz viele kleine davon. Wir hatten ein nettes AirBnb nicht weit vom Strand und so durfte ich einen unglaublich schönen Fahrradausflug bei Sonnenuntergang entlang der Küste machen, auch wenn es nur schnell zum Einkaufen war. Außerdem habe ich ein paar äußerst beeindruckende (Natur)Wahrzeichen dort besucht. Beispielsweise die Canal Rocks oder die riesigen Bäume in Forest Grove, genauso wie den größten Leuchtturm Westaustraliens in Augusta.
Nachdem ich jetzt seit einer Weile hier bin, sind folgende Orte ein Muss für jeden, der Perth besucht, und erst Recht etwas, das man so lange genießen sollte, wie man hier ist (zum Glück habe ich dafür ja noch ein bisschen Zeit).
- City Beach: Die natürlichere Seite des, soweit ich es verstanden habe, geteilten Strandes ist super weitläufig und war beinahe menschenleer. Einfach schön, den Strand in Ruhe zu genießen.
- Yanchep National Park: Der ist eher schwer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, dafür um so schöner mit den unzähligen Kängurus, die mal mehr, mal weniger anzutreffen sind, und den Koalas. So kann man auf ganz nette Weise das australische Wildleben erleben.
- Fremantle ist einer der ältesten Teile Perths und hat unglaublich viel Charakter. Die Gebäude sind vergleichsweise alt und bieten einen unfassbar schönen Charme mitten im Zentrum des Stadtteils sogar direkt am Meer. Außerdem gibt es viele kleinere Läden, Galerien und Cafés, die im Gegensatz zu den grossen Ketten alle eigenen Flair haben, was Fremantle noch heimischer wirken lässt.
Natürlich gibt es noch einige weiter Orte, möglicherweise auch ganz viele, die mir unfassbar gut gefallen, aber wenn ich sie alle aufzählen würde, wäre diese Liste unendlich.
Abschließend muss ich sagen, dass es für mich selten eine schönere Stadt beziehungsweise Gegend gab als Perth.
Ich glaube, der beinahe wichtigste Punkt bei alldem sind die Sonnenuntergänge überm Meer. Die gibt es nämlich in Australien nur in Western Australia.
Viele Sonnige Grüße aus Perth, Emilia















