Mein Name ist Rebecca und ich komme aus München. Im Juli 2025 bin ich nach Adelaide gezogen und habe das Immanuel College im zweiten Halbjahr der 11. Jahrgangsstufe sowie im ersten Halbjahr der 12. Jahrgangsstufe besucht. Ich habe im Boarding House gewohnt, wo ich von Anfang an herzlich aufgenommen wurde. Das Zusammenleben mit rund 120 anderen Boardern fühlte sich schon nach kurzer Zeit wie eine große Familie an.
Schnell wurde mir klar, dass sich Immanuel deutlich von meiner Schule in Deutschland unterscheidet. Neben den klassischen Fächern gibt es hier eine große Auswahl an spannenden Kursen und Möglichkeiten. Ich kann jedem nur empfehlen, neue Fächer auszuprobieren, vor allem die, die es so nicht in Deutschland gibt.
Im ersten Semester habe ich Outdoor Education belegt und dadurch viele außergewöhnliche Erfahrungen sammeln dürfen. Obwohl ich keinerlei Vorkenntnisse hatte, lernte ich, an natürlichen Felswänden in der freien Natur zu klettern. Im Sommerterm waren wir etwa jede zweite Woche in verschiedenen Naturparks rund um Adelaide unterwegs. Ein weiteres Highlight war ein Camp auf Kangaroo Island, einer Insel südlich von Adelaide. Wir sind drei Tage entlang der Küste gewandert und haben unsere Zelte, Essen und Kleidung im Rucksack auf dem Rücken getragen. Die beeindruckende Natur, die Tierwelt und die wunderschönen Sonnenuntergänge machten diese Reise unvergeßlich. Gleichzeitig war es auch eine tolle Gelegenheit, die Schülerinnen und Schüler meiner Klasse besser kennenzulernen.
Im zweiten Halbjahr habe ich unter anderem Fashion belegt, weil mich dieses Thema schon immer sehr interessiert hat. Mit dieser Klasse sind wir im Mai zwei Tage nach Melbourne geflogen, um Stoffe für unsere Projekte zu kaufen. Wir haben das Fashion-Institut „Whitehouse“ besucht und eine spannende Führung bekommen. Nach dem Trip haben wir mit unseren Nähprojekten angefangen, wobei mich die Lehrerin und auch die anderen Schülerinnen unterstützt haben. Generell sind alle Lehrkräfte am Immanuel College sehr hilfsbereit und nehmen sich auch außerhalb des Unterrichts Zeit, um bei Assessments zu helfen. Man merkt schnell, dass sie das Beste aus jedem einzelnen Schüler herausholen möchten und ihre Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.
Besonders beeindruckt hat mich das starke Gemeinschaftsgefühl und der einzigartige Schulspirirt, die man hier jeden Tag spürt. Das Schulleben besteht aus weit mehr als nur dem Unterricht. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, wie Swimming Carneval und Sports day, bei denen die verschiedenen Häuser („Houses“) gegeneinander antreten. Hinzu kommt die „Formal“ in der 12. Jahrgangsstufe sowie zahlreiche Vorträge von Gästen zu Themen wie Zielsetzung, Motivation oder Berufungen. An solchen Veranstaltungen nimmt die gesamte Schulgemeinschaft teil und jeder bringt sich aktiv ein.
Auch der Sport hat am Immanuel College einen hohen Stellenwert. Genauso wie bei den Schulfächern gibt es eine große Auswahl an Sommer- und Wintersportarten. Jeder Schüler soll mindestens einen Sport pro Term ausüben und Teil eines Teams werden. Das Gemeinschaftsgefühl zeigt sich auch hier besonders deutlich: Wenn beispielsweise die erste Football-Mannschaft gegen eine andere Schule spielt, kommen viele Schülerinnen und Schüler zum Zuschauen und Anfeuern, selbst wenn sie den Sport nicht selbst ausüben oder keine engen Freunde im Team haben.
Darüber hinaus bietet die Schule regelmäßig verschiedene Exkursionen oder Trips an. In meinen ersten Ferien habe ich beispielsweise an einem Wander-Trip auf dem Overland Track in Tasmanien teilgenommen. Dieses Angebot kam für mich genau richtig, da das Boarding House während in den Ferien geschlossen ist. In dieser Zeit hat man entweder die Möglichkeit, mit Freunden nach Hause zu fahren, oder die Schule organisiert eine Gastfamilie. Außerdem gibt es alle paar Wochen sogenannte Exeat Wochenenden. Viele Boarder fahren dann nach Hause, da sie auf Farmen oder kleinen Orten rund um Adelaide wohnen. Für internationale Schülerinnen und Schüler bleibt das Boarding jedoch geöffnet, sodass sie problemlos dortbleiben können.
Vom ersten Tag an habe ich mich im Boarding House wie zu Hause gefühlt. Alle Mitarbeiter sind unglaublich herzlich und haben stets ein offenes Ohr für jegliche Anliegen. Jeden Sonntag werden verschiedene Aktivitäten angeboten, an denen jeder teilnehmen kann. Während meiner Zeit war ich zum Beispiel beim Puppy Yoga, im Wildlife Park und bin mit Delphinen geschwommen. Ansonsten kann man sein Wochenende frei gestalten.
Insgesamt hat mir meine Zeit auf dem Immanuel College sehr dabei geholfen, selbstbewußter und offener zu werden. Das Schulmotto „What if?“ spiegelt die optimistische und offene Atmosphäre der Schule perfekt wider. Ich habe gelernt, an meine Träume zu glauben, Neues auszuprobieren und Chancen zu ergreifen. Gleichzeitig habe ich Freude daran gefunden, mein eigenes Potenzial auszuschöpfen und andere auf ihrem Weg zu unterstützen.
















