Kelvin Grove SHS Klassenzimmer

Das Schulsystem in Australien

Die australische High School

Das Schulsystem in Australien ist eines der besten der Welt mit sehr gutem Unterrichtsniveau und hochqualifizierten Lehrkräften.

Die australische High School entspricht, gemessen am deutschen Schulsystem, einer Gesamtschule, die alle Schultypen (Grund-, Haupt-, Realschule sowie Gymnasium) abdeckt und eine Vielfalt von Abschlüssen ermöglicht. Das High School Certificate entspricht dabei am ehesten dem deutschen Abitur und setzt den erfolgreichen zweijährigen Besuch von Klasse 11 und 12 voraus. Validiert wird das High School Certificate durch eine Rangzahl (Score) von 1 (bestes Ergebnis) bis 25 (schlechtestes), die von der gewählten Fächerkombination und den erbrachten Leistungen abhängt. Die meisten Universitäten in Australien setzen einen Mindest-Score für die Zulassung voraus.

Grundsätzlich ist das australische High School Certificate auch in Deutschland anerkannt. Details müssen allerdings in den jeweiligen deutschen Bundesländern erfragt werden. Baden-Württemberg bspw. verlangt zwei Fremdsprachen als Fächer. Im übrigen sind auch das Schuljahr in Australien selbst und etwaige Zeugnisse international anerkannt. Deshalb ist es im Normalfall nicht erforderlich, eine Klasse in Deutschland zu wiederholen. Die endgültige Entscheidung liegt beim jeweiligen Schulleiter.

In den meisten Staaten Australiens umfasst die Grundschule sieben und die High School fünf Jahre (8. bis 12. Klasse). Die australischen Schüler sind normalerweise 17-18 Jahre alt, wenn sie das High School Certificate erhalten.

In der High School hat man grundsätzlich Englisch als Fach. In den meisten Klassen sind auch Mathematik, Naturwissenschaften und Sport ein Muss. Mathematik kann man in verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen.

Diese Pflichtfächer werden an allen Schulen in Australien angeboten, die in unserem Programm sind. Dazu kommt ein sehr großes Angebot an Wahlfächern. Diese sind bei den Schulen detailliert aufgeführt. Siehe dazu die Seite Die Schulen.

Die High Schools unterteilen sich in staatliche und private. Circa 70% aller australischen Schüler besuchen staatliche Schulen, 30% private.

Qualitätsstandards für internationale Schüler

Im Jahr 2000 wurde in Australien das ESOS-Gesetz erlassen (Education Services for Overseas Students). Seither dürfen internationale Schüler nur von High Schools aufgenommen werden, welche die strengen ESOS-Bedingungen erfüllen. Dieses Gesetz dient dazu, den Qualitätsstandard für internationale Schüler/Studenten hoch zu halten.

Außerdem müssen Schulen, die internationale Schüler aufnehmen, CRICOS registriert sein und unterliegen bestimmten Anforderungen, deren Einhaltung kontrolliert wird. CRICOS steht für „Commonwealth Register of Institutions and Courses for Overseas Students“ und ist ein vollständiges Verzeichnis aller Unterrichtsinstitutionen und ihrer einzelnen Kursangebote für internationale Schüler.

Alle High Schools in unserem Programm sind CRICOS registriert. Damit sind
 sie spezialisiert auf die Bedürfnisse von Auslandsschülern und haben ein entsprechend qualifiziertes Betreuungsteam. Dieses besteht aus einem Koordinator für internationale Schüler, einem Homestay Koordinator und einem Studienberater. Unsere Schulen haben langjährige Erfahrung mit Unterrichtsprogrammen für Auslandsschüler, was bei diesen meist zu ausgezeichneten Leistungen führt.

Staatliche Schulen

Staatliche Schulen („State High Schools“) kosten für australische Schüler sehr wenig, daher kommen diese aus einem breiten Bevölkerungsspektrum. Sie sind nicht so formell wie private Schulen, was bspw. die Schuluniformen angeht. Abgesehen von den Grundfächern hat jede öffentliche Schule sehr viel Entscheidungsspielraum hinsichtlich der Fächerauswahl für ihre Schüler. Die verschiedenen Schulen bieten insgesamt mehr als 50 unterschiedliche Fächer an, von denen jeweils sechs gewählt werden müssen. Die Unterrichtszeit ist beschränkt auf  9.00 bis 15.00 Uhr. Sportliche Aktivitäten – so weit man diese gewählt hat – finden auch in diesem Zeitfenster statt.

Alle staatlichen Schulen in unserem Programm haben moderne Computerlabore, manche sogar Aufnahmestudios für Bild und Ton. Es gibt betriebliche Ausbildungszentren mit modernster Technologie, Fotolaboren und Multimedia-Technologie. Es werden individuelle Programme angeboten von Musik, Tanz, Ballett und Drama über Betriebswirtschaft, Flugwesen und Informatik bis Sport, einschließlich Fußball und Golf. Weiterhin gibt es in einigen Schulen entsprechende Exzellenzprogramme mit einer großen Auswahl an Sprachen, Sport, Kunst und Musik.

Es gibt staatliche Schulen im so genannten „Regionalprogramm“. Diese befinden sich meist in ländlicheren Gebieten, in kleinen bzw. ruhigeren Orten.  Manchmal ist die Fächerwahl gegenüber Standardschulen eingeschränkt, aber die Grundfächer werden immer angeboten. Wenn man sonst bekommt, was man sucht, sind diese Schulen eine gute und preisgünstige Alternative.

Private Schulen

Private Schulen in Australien sind vergleichbar mit englischen Privatschulen. Der Unterricht ist anspruchsvoll und in gewisser Weise „akademischer“ als auf den staatlichen Schulen. Eine große Rolle spielen die über den regulären Lehrplan hinausgehenden Aktivitäten. Nahezu alle Schüler engagieren sich aktiv im sportlichen und/oder musischen Bereich. Vor, während und nach den Schulstunden sowie am Wochenende ist da immer was geboten und alles möglich. So gesehen bekommt man echt was für sein Schulgeld. Meist sind auch nur wenig deutsche Austauschschüler da. Um diese zwei, drei wird sich aber individuell und intensiv gekümmert.

Australische Eltern, für die es finanziell möglich ist, schicken ihre Kinder gerne auf Privatschulen. 
Im Gegensatz zu den staatlichen Schulen bieten manche davon Internatsunterbringung an, was für die Kinder wichtig ist, die von den großen Farmen aus dem Landesinneren kommen und nur in den Ferien nach Hause fahren können.

Die privaten Schulen in unserem Programm bieten vielfältige Möglichkeiten. Wer die musikalischen Voraussetzungen mitbringt, kann in hervorragenden Orchestern mitspielen (von Klassik bis Jazz) oder in sehr guten Chören mitsingen. Sport wird ganz groß geschrieben mit vielen Teams und Wettkämpfen gegen andere Schulen. Oftmals haben Privatschulen ihre eigenen Schwimmbäder (manchmal sogar Olympia-Größe), Tennisplätze, Kricket-, Rugby- oder Fußball-Felder, sogar eigene Golfplätze. Eine Schule in Hervey Bay hat Motorboote für den Meeresbiologie-Unterricht. Am Great Barrier Reef mit Walen, Delphinen und vielen bunten Fischen ist dies schon verlockend, außer man wird seekrank.

Das Schuljahr (Schulkalender)

Das Schuljahr in Australien dauert von Ende Januar bis Mitte Dezember und ist in zwei Halbjahre mit je zwei Quartalen (à ca. 10 Wochen) unterteilt. Am Ende jeden Quartals gibt es Ferien.

 Der Schulkalender gilt für staatliche Schulen und kann für private Schulen etwas variieren. Einsteigen kann man immer zum Quartalsanfang.

In Ausnahmefällen können wir bis sechs Wochen vor Beginn des Quartals Anmeldungen annehmen. Die genauen Daten stehen im aktuellen australischen Schulkalender.

Der Schultag dauert montags bis freitags gewöhnlich von 9 Uhr bis 15 Uhr. Diese Zeiten können an Privatschulen etwas variieren.

Beurteilung der Schulleistungen

Die Leistungen werden anhand von Hausarbeiten, Assignments, mündlichen Prüfungen und praktischen Übungen beurteilt.
 Am Ende jeden Quartals bekommt man ein Zeugnis, in dem die Fortschritte in den jeweiligen Fächern beschrieben werden.

Schuluniformen

In fast allen staatlichen und privaten Schulen in Australien müssen Schuluniformen getragen werden. Jede High School hat eine eigene Schuluniform und auch einen Laden, in dem man diese neu oder „second hand“ kaufen und vor der Abreise wieder verkaufen kann.

Möglichkeiten für Real- und Hauptschüler

Auch Real- und Hauptschüler können gerne an unserem Programm teilnehmen. Die staatlichen High Schools arbeiten nach dem Gesamtschulprinzip, und jeder Schüler wird entsprechend seinen Fähigkeiten gefördert. Realschüler können nach der Mittleren Reife entweder für kurze Zeit kommen und ihre Sprachkenntnisse verbessern oder, wenn sie zu einem zweijährigen High School Aufenthalt bereit sind, das High School Certificate erhalten. Dafür müssen sie an der 11. und 12. Klasse teilnehmen.

Internationales Bakkalaureat (IB)

Von der Idee her ist das IB ein internationales Abitur. Ursprünglich war es für Diplomatenkinder konzipiert, denen in den unterschiedlichsten Ländern ein planbarer Schulaufenthalt und -abschluss angeboten werden sollte. Mittlerweile gibt es das IB in Englisch, Spanisch oder Französisch. Der Lehrplan und der Abschluss ist weltweit anerkannt und berechtigt in 80 Ländern der Welt zum Besuch einer Universität. In Queensland bspw. gibt es das IB aktuell an fünf Schulen, die auch alle bei uns gelistet sind. Schüler, die sich beim IB-Programm anmelden möchten, müssen in einer Anzahl von Fächern gute schulische Leistungen erzielt haben. Nur dann können sie teilnehmen.